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Gartenspitzmaus – Crocidura suaveolens

Einheimische – Art

Klasse: Säugetiere
Ordnung: Insektenfresser
Familie: Spitzmäuse
Art: Gartenspitzmaus

Beschreibung: Oberseite braungrau. Flanken und Unterseite grau, gelegentlich gelblich oder ockerfarben überhaucht. Unter- und Oberseite nicht scharf voneinander abgesetzt. Spitze, bewegliche, Schnauze
Kopf-Rumpf-Länge: 5cm – 8cm
Schwanzlänge: 2cm – 4cm
Gewicht: 4g – 8g
Herzfrequenz: 800 – 1000 Schläge pro Minute
Körpertemperatur: 34°C – 38°C

Sinnesleistung:
Sehvermögen: Eher schwach ausgebildet
Gehör: Ausgeprägtes Gehör, mit Echoortung
Geruchsinn: Sehr fein
Sonstiges: Lange Schnurrhaare (Vibrissen). Eines der wenigen giftigen Säugetiere, im Unterkiefer befinden sich Giftdrüsen, die Beute lähmen können, aber für Menschen ungefährlich sind. Jacobsonsches Organ

Lebenserwartung: Ca. 2 Jahre
Lebensraum: Wärmeliebende Art, Waldfreie, offene, trockene Landschaft, Brachen, Feld- und Wegränder, Gärten, Hecken, dichter Vegetation, Trockenmauern. Bis in einer Höhe von bis zu 700m anzutreffen. Sie lebt häufig in der Nähe von Menschen, da sie ab September verstärkt in Gebäude einwandert, um dort zu überwintern
Lebensweise: Einzelgänger, Tag- und Nachtaktiv,
schrumpft im Winter, Schädel und Organe (Gehirn, Leber und Milz) verkleinert sich. Verliert bis zu einem Fünftel (ca. 20 %) ihres Körpergewichts, was ihren Energiebedarf im nahrungsarmen Winter senkt. Im Frühling wächst sie wieder zu ihrer ursprünglichen Größe heran (Dänisches Phänomen)

Fortbewegung: Schwimmt gut, klettert geschickt, gräbt gut, sehr aktiv und flink, kurze, hektischen Bewegungen
Nahrung: Insekten, Larven, Weberknechte, Webspinnen, Schnecken, Asseln, Würmer
Sonstiges: Muss aufgrund des schnellen Stoffwechsels alle 1 – 3 Stunden fressen

Fortpflanzung: Nesthocker, werden meist in kugeligen Nestern aus Gräsern, Zweigen, Moos und Laub an geschützten Stellen geboren
Paarungszeit: April-Oktober
Tragzeit: 26-27 Tage
Wurfzeit: April-Oktober
Wurfgröße: 2-8 Jungtiere
Anzahl der Würfe: 2-4 Würfe pro Jahr
Säugezeit: 3 Wochen
Selbstständig: 17-30 Tagen
Geschlechtsreife: Ca. 1 Jahr
Jungensterblichkeit:
Sonstiges: Bilden ab 8. Lebenstag bei Ausflügen eine Karavane durch Festbeißen an der Schwanzwurzel des Vordertieres

Natürliche Feinde: Eulen, Marder, Füchse, Wiesel, Greifvögel, Uhus, Ratten
Abwehrverhalten: Hautdrüsen produziert Sekret mit starkem, moschusartigen Geruch, dieser wirkt abstoßend
Mögliche Krankheiten: Bornavirus

Schutzstatus:
– Bundesartenschutzverordnung
– Bundesnaturschutzgesetz – Besonders geschützt
– Rote Liste – Gefährdet, Kategorie 3
Es ist verboten die Gartenspitzmaus zu fangen (auch Lebendfallen), zu verletzen oder zu töten. Es drohen bei Verstoß bis zu 65.000€ Strafe!
Im Bundesjagdgesetz (BJagdG): Nein

Funktion im Ökosystem: Die Gartenspitzmaus reguliert Schädlinge und trägt zum ökologischen Gleichgewicht bei. Sie frisst täglich fast ihr eigenes Körpergewicht. Eine unermüdliche Jägerin in der Laubschicht und im Boden, was sie zu einem wichtigen Nützling macht. Dient als Nahrung ihren Fressfeinden. Ihr Vorkommen ist ein Indikator für einen insektenreichen, naturnahen Lebensraum, da sie auf offene Landschaften, Wiesen und Waldränder angewiesen ist

Gartenspitzmäuse brauchen Hilfe, wenn …

– sie verletzt sind, besonders nach Katzenangriffen
– sie apathische/geschwächte sind
– Jungtiere allein aufgefunden werden
– sie in in Lebendfallen gefangen wurden

Wie helfe ich richtig?
– Handschuhe anziehen (Eigenschutz)
– Karton mit Luftlöcher versehen und mit Handtuch auslegen
– Wärmflasche (Körperwarm) in ein Handtuch wickeln und diese in den Karton legen
– Gartenspitzmaus vorsichtig mit Handschuhen oder einem Tuch aufnehmen und in den Karton setzen
– Bitte KEIN Futter anbieten!!!
– Wasser darf in einer flachen Schale angeboten werden, bitte KEIN Wasser in den Gartenspitzmaus eingeben!!!
– Keine Medikamentengabe, auch kein Flohmittel!!!
– Wildtierpflegestelle, Tierpark/Zoo, wildtierkundigen Tierarzt kontaktieren und Gartenspitzmaus dort abegeben
– Nach der Abgabe an fachkundige Stelle, Hände gut waschen und desinfizieren (Eigenschutz)

Was kann ich tun um Konflikte zu vermeiden?
– …

Was kann ich tun um den Gartenspitzmäuse zu unterstützen?
– Naturnaher, insektenfreundlicher Garten mit einheimischen Pflanzen und „wilden“ Ecken
– Laub-, Reisig-, Totholz- und Steinhaufen anlegen
– Käferkeller als Nahrungquelle und Schutz vor Feinden
– Verzicht auf Pestizide und Schneckenkorn

Buchtipps:
– …

Mythologie:
….

Über den Experten: caroline.schoch

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