Neozoen-Art
Klasse: Säugetiere
Ordnung: Raubtiere
Familie: Hunde
Art: Goldschakal
Beschreibung: Oberseite goldgelb, gelblich-grau, rostbraun bis goldrot und am Rücken sowie an der Schwanzspitze dunkel gefärbt. Unterhalb der braunen Gesichtsmaske trägt der Goldschakal eine weiße Zeichnung, die um die Schnauze und entlang des Kinns und der Halsunterseite verläuft. Die Nackenhaare sind etwas länger und können eine auffällige Mähne bilden. Durch die längeren dunkel gefärbten Grannenhaare vom Hinterkopf über Rücken bis zur Luntenspitze entsteht ein abgesetzter „Sattelfleck“. Erscheinungsbild zwischen Fuchs und Wolf. Beine etwas länger als die des Fuchses, Schwanz im Verhältnis zum Körper kurz. Spur des Goldschakals ähnelt der eines großen Fuchses. Beide Mittelballen sind aber im unteren Teil miteinander verwachsen – eine Besonderheit unter den Hundeartigen, die man besonders gut an den breiten vorderen Pfotenabdrücken erkennt. Ohren laufen spitz zu und liegen weit auseinander. Kopf wirkt auffällig klein im Verhältnis zum Körper
Kopf-Rumpf-Länge: 80cm – 105cm
Schulterhöhe: 35cm – 50cm
Schwanzlänge: 20cm – 30cm
Gewicht: 8kg – 15kg
Herzfrequenz: 70 – 120 Schläge pro Minute
Körpertemperatur: 38°C
Sinnesleistung:
Sehvermögen: Gutes Nachtsichtvermögen
Gehör: Stark ausgeprägt
Geruchsinn: Sehr gut
Sonstiges: Jacobsonsches Organ
Lebenserwartung: 8 – 9 Jahre
Lebensraum: Offene Landschaften, Savannen, Halbwüsten, felsige Gegenden, dichte Vegetationen, feuchte Gebiete, Wälder, Gehölze, Riedgebiete, Agrarlandschaft mit Hecken und Feldgehölzen
Lebensweise: Paarweise oder Familienverbänden (Eltern, ein- und zweijährige Jungtiere). Paar bleibt oft ein Leben lang zusammen, Dämmerungs- und Nachtaktiv, ortsansässig, in festem Revier das von allen Gruppenmitgliedern mit Urin markiert wird. Wölfe töten Goldschakale, was zur Abwanderung oder Auslöschung von Schakalpaaren/-rudeln führt. Innerhalb einer Familie oder zwischen Familienverbänden verständigen sich Goldschakale mit Lautäußerungen wie Rufen, Knurren, Heulen und heiserem Bellen
Fortbewegung: Bis zu 65km/h schnell
Nahrung: Vögel, Vogeleier, Mäuse, Ratten, Wühlmäuse, Feldhasen, Wildkaninchen, Reptilien, Amphibien, Fische, Insekten, Beeren, Früchte, Mais, Pflanzenknollen, Rehe, Hausschafe, Beeren, Fallobst, Weintrauben, Aas
Sonstiges: Wenn er seine Beute nicht vollständig verzehren kann, schleppt er sie unter Büsche oder vergräbt sie für schlechtere Zeiten. Nachts und in der Dämmerung geht er allein oder in kleinen Gruppen auf die Jagd
Fortpflanzung: Nesthocker, werden meist in versteckten Wurfhöhlen (alte Fuchs- oder Dachsbaue) sowie in dichtem Schilf oder Gebüsch geboren
Paarungszeit: Januar – März
Tragzeit: 60 – 63 Tage
Wurfzeit: April – Mai
Wurfgröße: 1 – 9 Jungtiere
Anzahl der Würfe: 1 Wurf pro Jahr
Säugezeit: Ca. 8 Wochen
Selbstständig: 5 – 6 Monate
Geschlechtsreife: 10 – 22 Monate
Jungensterblichkeit: …
Sonstiges: Teilweise bleiben die erwachsenen Jungtiere und unterstützen die Eltern bei der Aufzucht der nächsten Generationen
Natürliche Feinde: Wölfe, Luchse, Stein- und Seeadler
Abwehrverhalten: Flucht, stellt Mähne auf
Krankheiten: Tollwut, Staupe, Räude, Leptospirose, Babesiose (durch Zecken übertragen), Echinokokkose (gefährlicher Fuchsbandwurm)
Schutzstatus:
– FFH-Richtlinie – Anhang V
– Bundesnaturschutzgesetz – Besonders geschützt
Es ist verboten Goldschakale zu fangen, zu töten oder zu verletzen. Es drohen bei Verstoß Geldstrafen oder bis zu 5 Jahre Freiheitsstrafe!
Im Bundesjagdgesetz (BJagdG): Nein
Funktion im Ökosystem: Goldschakale ernähren sich opportunistisch, auch von Aas. Sie helfen dabei, Kadaver zu beseitigen, was die Ausbreitung von Krankheiten in der Natur verringert. Ihre Hauptnahrung besteht aus Nagetieren wie Mäusen, aber auch Insekten, Vögeln und Amphibien. Dadurch tragen sie zur Regulation von Kleinsäugerpopulationen bei. Als mittelgroßer Beutegreifer füllt er eine Lücke zwischen Fuchs und Wolf. In Gebieten ohne Wölfe kann er deren Rolle teilweise übernehmen. Die Rückkehr und Ausbreitung des Goldschakals zeigt anpassungsfähige Ökosysteme, wobei er feuchte, halboffene Landschaften bevorzugt. Goldschakale können die Populationsdichte von Füchsen lokal beeinflussen, verdrängen diese aber nicht flächendeckend. Sie selbst werden durch die Anwesenheit von Wölfen reguliert
Goldschakale brauchen Hilfe, wenn …
– er sichtbar verletzt (z.B. nach einem Verkehrsunfall) oder krank ist
– Welpen eindeutig ohne Muttertier aufgefunden werden
Wie helfe ich richtig?
– Tier nicht bedrängen, Goldschakale sind sehr scheu und meiden Menschen
– Aus Sicherheitsgründen und zur Vermeidung von Stress für das Tier großen Abstand halten
– Tier auf keinen Fall anlocken oder füttern
– Tier eine Zeit lang beobachten, ob es wirklich Hilfe braucht
– Ein scheinbar verlassenes Jungtier ist selten wirklich verwaist. Die Eltern sind oft in der Nähe. Das Jungtier auf keinen Fall anfassen
– Da der Goldschakal in Deutschland streng geschützt ist, darf er nicht einfach eingefangen oder transportiert werden
– Bei offensichtlich verletzten Tieren (z. B. nach Wildunfall) muss der Jagdpächter/Förster oder die Polizei kontaktiert werden, auch wenn das Tier flüchtet
– Da Goldschakale oft verwechselt werden und ein Monitoring stattfindet, ist eine Meldung an die zuständigen Stellen für Wolfsmonitoring sinnvoll (in vielen Bundesländern über die Landesjägerschaften)
– Bei Wildunfällen mit dem Goldschakal die Unfallstelle absichern (Warnblinkanlage, Warnweste)
– Tier nicht berühren, da Verletzungs- und Krankheitsgefahr (Tollwut, Fuchsbandwurm) besteht
Was kann ich tun um Konflikte zu vermeiden?
– Schafe und Lämmer durch Zäune schützen. Ähnlich wie beim Wolf können gut installierte Elektro- oder Maschendrahtzäune helfen, Übergriffe zu verhindern
– Bei Rissen ist es wichtig, den Vorfall schnell zu melden, um Informationen zur Entschädigung zu erhalten
– Nicht füttern um zu verhindern, dass sie ihre Scheu vor Menschen verlieren
– Obwohl der Goldschakal scheu ist, sollte man ihm mit Respekt begegnen und Abstand halten
– Um die Ausbreitung zu überwachen, wird gebeten, Sichtungen, Fotos oder Spuren an das zuständige Wolfsmonitoring (z.B. Landesjägerschaft) zu melden
Was kann ich tun, um den Goldschakal zu unterstützen?
– Beobachtungen, Fotos oder Spuren Dokumentieren und an lokale Wildtierinstitute melden
– Störungen, insbesondere in der Fortpflanzungszeit vermeiden und immer Abstand halten
– Erhalt strukturreicher Landschaften, feuchter Gebiete und buschiger Lebensräume
– Herdenschutzmaßnahmen (z.B. Zäune) unterstützen
Buchtipps: …
Mythologie: …
