Einheimische – Art
Klasse: Säugetiere
Ordnung: Raubtiere
Familie: Hunde
Art: Rotfuchs (Reineke, Rotrock)
Beschreibung: Oberseite rötlichgelb bis tiefrotbraun, Unterseite reinweiß bis schiefergrau, unterer Teil der Beine, und Hinterseiten der Ohren schwarz, weiße Schwanzspitze. Verhältnismäßig kurze Beine und eine schmale Schnauze. Ohren aufrecht stehend, spitz, können in fast alle Richtungen gedreht werden. Schlanker, leichter Körper
Kopf-Rumpf-Länge: 62cm – 75cm
Schulterhöhe: Ca. 40cm
Schwanzlänge: 30cm – 45cm
Gewicht: 5kg – 14kg
Herzfrequenz: 118 Schläge pro Minute
Körpertemperatur: 37°C – 39,5°C
Sinnesleistung:
Sehvermögen: Reflexschicht im Augenhintergrund (Tapetum lucidum) verstärkt Restlicht, weshalb seine Augen im Dunkeln leuchten („Katzenaugen“), vermutlich farbenblind, kann aber Bewegungen sehr gut wahrnehmen, reagiert primär auf Bewegungen
Gehör: Hört Töne bis zu einer Frequenz von 65 kHz, kann daher Geräusche extrem genau lokalisieren (piepen einer Maus in 100m Entfernung), Ohren sehr genau ausrichtbar um Mäuse sogar unter einer 30 cm dicken Schneedecke zu orten
Geruchsinn: Schätzungsweise 400-mal besser als der des Menschen, unterstützt durch eine sehr große Riechschleimhaut mit 225 Millionen Riechzellen
Sonstiges: Tasthaare (Vibrissen) am Maul und an Backen, rasches Reaktionsvermögen, gute Lernfähigkeit Jacobsonsches Organ
Lebenserwartung: 12 – 15 Jahre (soziale Stellung und Alter hängen zusammen)
Lebensraum: Wälder, offene und halboffene Landschaften, Hecken, Felder, Parks, Friedhöfe, Gärten, Grasland, Äcker, Weiden, Gehölze
Lebensweise: Leben in Familiengruppen und führen komplexes Sozialleben (Rüde, Fähe, eine oder mehrere rangniedrige Füchse die der Hauptfähe bei der Jungenaufzucht helfen), manche auch Einzelgänger, Tag-, Dämmerungs- und Nachtaktiv, ortstreu, trillerartiger Laut (ähnlich einem Hühnerglucken) oder Winseln (des untergeordneten Tiers), das sich bis zum Kreischen steigern kann (bei der Begrüßung von Alttieren untereinander), Keckern (tonlos „k-k-k-k“ bei aggressiven Auseinandersetzungen, bei Welpen im Spiel und bei Fähen, die einem werbenden Rüden antworten), leises, raues Geräusch ähnlich einem Pusten (Begrüßung von Jungtieren durch Alttiere), Alarmbellen der Alttiere (um die Jungen zu warnen), gedämpftes Husten, scharfes Bellen
Fortbewegung: Bis zu 55 km/h schnell, kann bis zu 5m weit und 2m hoch springen, Jagdsprünge werden nord-östlich ausgerichtet, nutzt Erdmagnetfeld zur Entfernungsberechnung
Nahrung: Feld- und Wühlmäuse, junge Kaninchen, Junghasen, Rehkitze (selten), Vögel (Rebhühner), Vogeleier, Regenwürmer, Käfer, Heuschrecken, Früchte, Beeren (Brombeeren, Heidelbeeren), Insekten, Haushühner, Hausgänse, Hausenten, Obst (Kirschen, Zwetschgen, Mirabellen), Reptilien, Wacholderbeeren
Sonstiges: Vergräbt zum Teil auch Nahrung für schlechte Zeiten
Fortpflanzung: Nesthocker, wird meist in unterirdischem Bau in Wäldern, an Waldrändern oder in Hängen, häufig im Schutz von Baumwurzeln oder Felsspalten geboren
Paarungszeit: Januar – Februar
Tragzeit: 49 – 58 Tage
Wurfzeit: März – April
Wurfgröße: 3 – 6 Jungtiere,
Anzahl der Würfe: 1 Wurf pro Jahr
Säugezeit: 4 – 6 Wochen
Selbstständig: Ca. 4 Monaten
Geschlechtsreife: Ca. 10 Monate
Jungensterblichkeit: …
Sonstiges: In den ersten Wochen nach der Geburt verlässt die Fähe selten den Bau. Insbesondere in dieser Zeit versorgt der Rüde die Fähe mit Nahrung. Mit Beginn der vierten Woche bringen beide Eltern erste feste Nahrung zum Bau. Somit beteiligen sich auch der Rüde an der Aufzucht
Natürliche Feinde: Wölfe, Luchse, für die Welpen Uhus, Steinadler, große Greifvögel
Abwehrverhalten: Flieht, bellt, knurrt, wehrhaft
Krankheiten: Fuchsräude, Staupe, Tollwut, Fuchsband-, Band- und Fadenwurm, Trichinen, Zecken, Milben, Hundefloh, Zecken, Leptospirose
Schutzstatus:
Keiner
Im Bundesjagdgesetz (BJagdG): Ja, ganzjährig (außer führende Elterntiere, diese erhalten Schutz nach § 22 (4) während der Aufzuchtszeit)
Funktion im Ökosystem: Füchse erbeuten hauptsächlich kranke, reaktionsschwache Kleintiere. Dies fördert die genetische Fitness der Beutepopulationen und reduziert die Übertragung von Krankheiten. Durch die Jagd auf Mäuse, Kaninchen und andere Kleintiere wird ein ökologisches Gleichgewicht aufrechterhalten. Sie verwerten Kadaver, was die Hygiene im Wald fördert und die Ausbreitung von Seuchen verhindert. Durch den Verzehr von Beeren und Früchten tragen sie zur Ausbreitung von Pflanzen bei. In Städten ernähren sie sich oft von Abfällen, Käfern oder Regenwürmern, wodurch sie sich als nützliche Schädlingsbekämpfer erweisen
Füchse brauchen Hilfe, wenn …
– sie bluten, humpeln oder offensichtliche Wunden haben
– sie apathisch wirken, torkeln, zittern, verklebte Augen haben
– einzelne, laut rufende (drei-silbiges „wow-wow-wow“) Fuchswelpen, die abgemagert oder lethargisch wirken gefunden werden
– Welpen gezielt auf Menschen zulaufen und ihnen folgen, sind sie meist sehr hungrig oder in Not
– sie sich in Zäunen, Netzen oder Schächten verfangen haben
Wie helfe ich richtig?
– Abstand halten und nicht in die Enge treiben
– Ruhe bewahren, ein verängstigter Fuchs wird Menschen eher meiden, nicht angreifen
– Wenn der Fuchs in einem Keller oder Schuppen ist, Ausgänge öffnen und ihn allein lassen
– Nur wenn das Tier schwer verletzt ist, kann es in einem Karton (mit Luftlöchern) gesichert werden. Vorsicht! Füchse können beißen
– Füchse unterliegen dem Jagdrecht, wird der Fuchs angefahren muss der Jagdpächter/Förster kontaktiert werden
– Evtl. zusätzlich Spezialisten für Pflege wie Fuchshilfe /wildtierkundige Tierärzte kontaktieren
– Gefundene Welpen sind oft unterkühlt. Wärmflasche (in Handtuch eingewickelt) in den Karton legen. Kein Rotlicht – Trocknet die Tiere zu schnell aus
– Nicht füttern, falsches Futter kann tödlich sein
Was kann ich tun um Konflikte zu vermeiden?
– Nicht füttern, das macht sie zutraulich und verleitet sie dazu, Häuser zu betreten, was zu gefährlichen Situationen führen kann
– Mülltonnen fest verschlossen halten
– Hunde und Katzen nicht draußen füttern
– Bei Begegnungen Ruhe bewahren, Füchse sind in der Regel nicht aggressiv und meiden den Menschen
– Auf Distanz gehen
– Gartenfrüchte (Beeren, Gemüse) vor dem Verzehr gründlich waschen, um das Risiko einer Ansteckung mit dem Fuchsbandwurm zu minimieren
– Nach der Gartenarbeiten gründlich die Hände waschen
Was kann ich tun um den Fuchs zu unterstützen?
– Reisig- oder Totholzhaufen anlegen
– Auf Rattengift oder andere Pestizide verzichten
– Der Tierpark Thale bietet eine Tierpatenschaft (100€/Jahr) für Füchse an. Mit diesen Geldern werden anteilig Kosten für die Haltung und Modernisierung der Gehege investiert.
https://www.bodetal.de/fileadmin/user_upload/Bilder/Tierpark_Hexentanzplatz/Tierpatenflyer_April_2026.pdf
– Harzdachstv auf Youtube abonieren und neue Dinge lernen, wie hier zum Beispiel über den Fuchs
https://www.youtube.com/watch?v=K8lG1c2w3Fg
Buchtipps:
– Die Weisheit der Füchse von von Dag Frommhold und Daniel Peller
Mythologie: Unter dem Gott Thor galt der rote Fuchs als heilig. Bei den keltischen Druiden verband er Wildheit und Schläue. Im Christentum galt er wegen seiner roten Farbe als Symbol für den Teufel. In Schlesien braute der Fuchs, wenn Gewitter aufzuog. In Finnland wird das Nordlicht als Feuer des Fuchses bezeichnet. In der deutschen Fabel wird er Reineke genannt
Fuchs – Vulpes vulpes
