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Grauhörnchen – Sciurus carolinensis

Neozoen-Art
Invasive-Art

Klasse: Säugetiere
Ordnung: Nagetiere
Familie: Hörnchen
Art: Grauhörnchen

Beschreibung: Graues Fell zwischen Silbergrau und sehr dunklem Schwarzgrau. Bauchseite weiß. Keine Ohrpinsel. Weiße Schwanzränder
Kopf-Rumpf-Länge: Ca. 30cm
Schwanzlänge: Ca. 20cm
Gewicht: 400g – 710g
Herzfrequenz: 250 – 500 Schläge pro Minute
Körpertemperatur: 36,4°C – 37°C

Sinnesleistung:
Sehvermögen: Ausgezeichnet
Gehör: Sehr sensibel
Geruchsinn: Sehr fein
Sonstiges: Tasthaare (Vibrissen) an Schnauze, Augen und Vorderbeinen, Jacobsonsches Organ

Lebenserwartung: Ca. 3 – 6 Jahre
Lebensraum: Laubwälder mit nussproduzierenden Bäumen (Eicheln, Bucheckern, Kastanien), Grünanlagen, Parks, Gärten
Lebensweise: Gesellig, Tagaktiv, halten keinen Winterschlaf aber Winterruhe

Fortbewegung: Bis zu 26km/h schnell, klettert sehr gut auch kopfüber, gute Springer
Nahrung: Eicheln, Walnüsse, Haselnüsse, Bucheckern, Kiefer-, Fichten-, Buchen- und Lärchensamen, Pilze, Früchte, Baumrinde, Insekten, Frösche, Vogeleier, vereinzelt Jungvögel, auch Kannibalismus kommt vor
Sonstiges: Legen Nahrungsvorräte für den Winter an

Fortpflanzung: Nesthocker, werden meist in Kobeln (kugeliges Nest) aus Moos, Gras und Federn geboren
Paarungszeit: Dezember – Februar und Mai – Juni
Tragzeit: 42 – 45 Tage
Wurfzeit: Februar – April und Juni – September
Wurfgröße: 2 – 7 Jungtiere
Anzahl der Würfe: 2 – 3 Würfe pro Jahr
Säugezeit: Ca. 10 Wochen
Selbstständig: 3 – 4 Monate
Geschlechtsreife: Ca. 1 Jahr
Jungensterblichkeit:

Natürliche Feinde: Baummarder, Iltisse, Greifvögel, Eulen, Krähen, Füchse, Luchse
Abwehrverhalten: Flucht, stößt Laute aus, um Artgenossen vor Feinden zu warnen
Krankheitsüberträger: Eichhörnchenpocken (Squirrelpox/SQPV), Pilze (Dermatophyten), Hefen, Bakterien (Chlamydia, Leptospira), Hansen-Krankheit (Lepra), Flöhen, Zecken, Milben

Schutzstatus:
Keiner, da invasive Art
Im Bundesjagdgesetz (BJagdG): Nein

Funktion im Ökosystem: Sammeln und vergraben im Herbst Nüsse, Samen und Pilze als Vorrat. Da sie viele dieser Verstecke vergessen, tragen sie entscheidend zur Ausbreitung von Baumarten (wie Eichen) und zur Waldverjüngung bei. Sie tragen aktiv zum Wachstum und zur Struktur des Waldes bei, indem sie Baumsamen verbreiten. Grauhörnchen sind größer, vermehrungsstärker und nahrungseffizienter als das Europäische Eichhörnchen. Aufgrund der fast identischen ökologischen Nische (Nahrung, Lebensraum) verdrängen sie die heimische Art. In Europa verursachen sie Schäden an Laubwaldbeständen, indem sie Rinde schälen, was zum Absterben von Bäumen führen kann. Sie übertragen das Eichhörnchen-Pockenvirus, das für das Europäische Eichhörnchen tödlich ist, für das Grauhörnchen selbst aber kaum Folgen hat

Grauhörnchen brauchen Hilfe, wenn …
– Jungtiere (oft zwischen März und August), Menschen hinterherlaufen oder sogar Hosenbeine hochklettern
– sie sichtlich verletzt sind, ausgemergelt oder apathisch wirken
– das Muttertier verletzt oder getötet wurde

Wie helfe ich richtig?
– Handschuhe anziehen (Eigenschutz)
– Karton mit Luftlöcher versehen und mit Handtuch auslegen
– Wärmflasche (Körperwarm) in ein Handtuch wickeln und diese in den Karton legen
– Grauhörnchen vorsichtig in den Karton setzen
– Bitte KEIN Futter anbieten!!!
– Wasser darf in einer flachen Schale angeboten werden, bitte KEIN Wasser in das Grauhörnchen eingeben!!!
– Keine Medikamentengabe, auch kein Flohmittel!!!
– Wildtierpflegestelle, Tierpark/Zoo, wildtierkundigen Tierarzt kontaktieren und Grauhörnchen dort abegeben
– Nach der Abgabe an fachkundige Stelle, Hände gut waschen und desinfizieren (Eigenschutz)

Was kann ich tun um Konflikte zu vermeiden?
– Nicht füttern
– Abstand halten
– Mülltonnen verschlossen halten

Buchtipps:

Mythologie:

Über den Experten: caroline.schoch

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