Neozoen-Art
Invasive-Art
Klasse: Säugetiere
Ordnung: Nagetiere
Familie: Stachelratten
Art: Nutria (Biberratte, Sumpfbiber, Schweifbiber, Schweifratte oder Coypu)
Beschreibung: Fell rötlichbraun, gelbgrau, schwarz oder braun. Bauch leicht gräulich. Mund- und Nasenöffnung weiß gefärbt. An den Hinterfüßen befinden sich jeweils zwischen den ersten vier Zehen Schwimmhäute, der fünfte Zeh ist freiliegend. Runder, schuppenbedeckter, kaum behaarter Schwanz. Adulte Tiere haben orangefarbene Zähne ähnlich wie Biber
Kopf-Rumpf-Länge: 43cm – 65cm
Schwanzlänge: 30cm – 45cm
Gewicht: 4kg – 10kg
Herzfrequenz: 250 – 500 Schläge pro Minute
Körpertemperatur: 36°C – 38°C
Sinnesleistung:
Sehvermögen: Eher schlecht
Gehör: Gut ausgebildet, reagiert sensibel auf Geräusche
Geruchsinn: Sehr gut entwickelt
Sonstiges: Männchen markieren im Handstand markante Stellen z.B. Pflanzenhorsten ihre Reviere mit Urin und unter Ausstülpung der Analdrüsen. Weiße Tasthaare (Vibrisen). Jacobsonsches Organ
Lebenserwartung: Ca. 2-10 Jahre
Lebensraum: Wärmeliebende- und an Wasser gebundene Art, meist an langsam fließenden Bächen, Flüssen, Seen, Teichen, Sümpfen, Auen, Buchten, Lagunen und stehenden Gewässern anzutreffen. Benötigt Ufervegetation (Röhricht, Binsen) sowie Uferböschungen
Lebensweise: Paarweise oder in Familienverband (Eltern, ein- und zweijährige Jungtiere), Tag-, Nacht- und Dämmerungsaktiv,
standorttreu, verteidigt engagiert sein Revier
Fortbewegung: Schwimmt sehr gut, taucht bis zu 5-8 Minuten lang, selten weiter als 50m vom Ufer entfernt anzutreffen
Nahrung: Wasserschnecken, Muscheln, Schilf, Binsen, Seggen, Wasserschwaden, Wurzeln, Rhizome, Rüben, Kartoffeln, Mais, Getreide, Baumrinde, Würmer
Sonstiges: Nahrung wird mit Vorderpfoten festgehalten und im Sitzen verzehrt
Fortpflanzung: Nestflüchter, werden meist in selbstgegrabenen Erdbauen (meterlange Röhrensysteme mit Wohnkessel) im Uferbereich von Gewässern oder in Nestern aus Schilf geboren
Paarungszeit: Ganzjährig
Tragzeit: 131 – 132 Tage
Wurfzeit: Hauptwurfzeit April – Oktober
Wurfgröße: 5 – 8 Jungtiere
Anzahl der Würfe: 2 – 3 Würfe pro Jahr
Säugezeit: 6 – 8 Wochen
Selbstständig: 2 – 3 Monate
Geschlechtsreife: 3 – 5 Monate
Jungensterblichkeit: …
Sonstiges: Vier Zitzenpaare auffallend zu den Dorsalseiten verlagert (ein Säugen der Jungen auch im Wasser möglich)
Natürliche Feinde: Füchse, Waschbären, Fischotter, Mink, Wildkatzen, Dachse, Wölfe, Luchse, Krähen, Graureiher, Störche, Greifvögel, Eulen, Hechte, Welse
Abwehrverhalten: Flucht. In die Enge getrieben, kann es aggressiv reagieren, fauchen und beißen. Gibt warnende Laute von sich, bei Bedrohung in Tonhöhe ansteigend; bei gesteigerter Aggression Brummen und Zähneklappern; Zanklaute der Weibchen oft ähnlich wie Kindergeschrei
Krankheitsüberträger: Leptospirose (bakterielle Infektion), Tularämie (Nagetierpest), Salmonellose, Streptokokkose
Schutzstatus:
Keiner, da invasive Art
Im Bundesjagdgesetz (BJagdG): Ja, ganzjährig
Funktion im Ökosystem: Durch ihren hohen Nahrungsbedarf können sie Schilfgürtel kahlfressen, was Lebensräume für andere Arten (wie Vögel) zerstört. Sie graben ausgedehnte Höhlensysteme in Uferböschungen und Deichen. Dies kann zur Destabilisierung von Hochwasserschutzanlagen führen und führt zu einer erhöhten Eigendynamik an Fließgewässern, was jedoch oft als problematisch für die Infrastruktur angesehen wird. Durch Exkremente und Futterreste tragen Nutrias zu einer höheren Nährstoffbelastung in stehenden Gewässern bei, was Algenblüten fördern kann. Nutrias konkurrieren mit einheimischen Arten wie Enten, Blässhühnern oder dem Bisam um Lebensraum und Nahrung
Nutrias brauchen Hilfe, wenn …
– sie verletzt sind (offene Wunden, starkes humpeln, schwere Atmung oder untypisches apathisches Verhalten)
– sehr kleine, felllose oder zitternde Jungtiere, die über längere Zeit (mehrere Stunden) allein an Land sitzen
– sie in Gräben, Schächten oder Zäunen feststecken
Wie helfe ich richtig?
– Handschuhe anziehen (Eigenschutz)
– Karton mit Luftlöcher versehen und mit Handtuch auslegen
– Nutrias benötigen als Nestflüchter KEINE zusätzliche Wärmequelle!
– Nutria vorsichtig in den Karton setzen
– Bitte KEIN Futter anbieten!!!
– Wasser darf in einer flachen Schale angeboten werden, bitte KEIN Wasser in das Nutria eingeben!!!
– Keine Medikamentengabe, auch kein Flohmittel!!!
– Wildtierpflegestelle, Tierpark/Zoo, wildtierkundigen Tierarzt kontaktieren und Feldhase dort abgeben
– Nach der Abgabe an fachkundige Stelle, Hände gut waschen und desinfizieren (Eigenschutz)
Was kann ich tun um Konflikte zu vermeiden?
– Nicht füttern
– Abstand halten
Was kann ich tun um den Nutrias zu unterstützen?
– …
Buchtipps: …
Mythologie: …
