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Mufflon – Ovis orientalis musimon

Neozoen-Art

Klasse: Säugetiere
Ordnung: Paarhufer
Familie: Hornträger
Art: Europäisches Mufflon

Geschichte: Der Europäische Mufflon stammt ursprünglich aus den bergigen Regionen der Mittelmeerinseln Korsika und Sardinien. Historisch geht man oft davon aus, dass sie von dort aus oder aus Kleinasien abstammen, wobei neuere Forschungen zeigen, dass sie von sehr frühen, verwilderten Hausschafen der Jungsteinzeit abstammen könnten. Nach Mitteleuropa kamen die Tiere erst ab dem 16. bis 19. Jahrhundert. Jäger setzten die Wildschafe damals in vielen deutschen und europäischen Mittelgebirgen aus

Mythologie:

Buchtipps:
– …

Beschreibung: Widder im Sommer fuchsrotbraun, meist mit weißlichem Sattelfleck, Schafe bräunlich. Im Winter beide Geschlechter dunkler. Widder schneckenförmig eingedrehte Hörner bis zu 80 cm Länge, Weibchen haben keine Hörner
Kopf-Rumpf-Länge: 120cm – 130cm
Gesamthöhe: Ca. 90cm
Gewicht: 35kg – 50kg
Herzfrequenz: 70 – 110 Schläge pro Minute
Körpertemperatur: 38,5°C – 39°C

Sinnesleistung:
Sehvermögen: Exzellentes Sehvermögen, können Bewegungen und Umrisse auch auf große Entfernungen (bis zu 300m) erkennen
Gehör: Sehr gut entwickelt, so sensibel, dass sie beispielsweise das Klicken einer Kamera noch aus 50m Entfernung wahrnehmen kann
Geruchsinn: Hervorragend ausgeprägt, können Feinde selbst bei schwachem Wind aus einer Entfernung von bis zu 300m riechen (verwinden)
Geschmackssinn: Hilft bei der feinen Auswahl von Futterpflanzen und dem Erkennen von Bitterstoffen
Sonstiges: Jacobsonsches Organ
Lautäußerungen: Kontaktmeckern (zwischen Mutterschaf und Lämmern), durchdringender, schriller Warnpfiff von Schafen oder Widdern (bei Gefahr, oft kombiniert mit dem Aufstampfen eines Vorderlaufs), Weibliche Tiere (Schafe) bähen, Lämmer meckern, männliche Tiere (Widder) blöken (besonders während der Brunftzeit), Klagelaute (selten zu hören; ausschließlich von verletzten oder verängstigten Jungtieren)

Lebenserwartung: Bis zu 15 Jahre
Lebensraum: Felsige Gebirgsregionen, Wälder, Mittelgebirge, Heidegebieten, bevorzugen trockene, steinige Böden
Nest: Mufflons bauen keine Nester. Als Mufflons (wilde Schafe) leben sie in Gruppen im Wald oder in Bergen und schlafen auf dem nackten Boden. Mütter bekommen ihre Lämmer im Frühling und legen sie oft ins hohe Gras oder hinter Büsche, aber das ist kein echtes Nest
Lebensweise: Weibchen leben mit Jungtieren in Rudeln, Männliche Tiere bilden außerhalb der Brunft separate Trupps, tagaktiv, Standorttreu

Fortbewegung: Ausgezeichnete Kletterer, springen weit und hoch, sehr trittsicher, können zur Not auch schwimmen
Nahrung: Blätter, Eicheln, Gräser, junge Triebe von Laub- und Nadelbäumen, Kastanien, Knospen, Kräuter, Rinde
Sonsiges: Wiederkäuer, sehr genügsam
Kot: Kleine, oval-längliche Kotbeeren (Kugeln oder kleine Zylinder), die an den Enden oft leicht eingedrückt oder zugespitzt sind. Wird oft in kleinen Haufen oder zusammengeklebten Klumpen und Trauben abgesetzt. Im Sommer und Herbst fest. Im Frühjahr kann sie durch frische, saftige Nahrung auch weicher oder breiig sein. Dunkelbraun bis schwarz, im Frühjahr bei Grün äsen auch grünlich

Fortpflanzung: Nestflüchter, werden meist in freier Natur, oft an felsigen Hängen oder geschützten Waldplätzen geboren
Paarungszeit: Oktober – Dezember
Balzverhalten: Starke Mufflon Widder kämpfen in dieser Zeit durch heftiges Aufeinanderschlagen mit den Hörnern (Schnecken) um die Rangordnung, um die alleinige Führung und Paarung im weiblichen Rudel zu beanspruchen
Tragzeit: Ca. 150 Tage
Wurfzeit: März – April
Wurfgröße: 1 – 2 Jungtiere
Anzahl der Würfe: 1 Wurf pro Jahr
Säugezeit: 5 – 6 Monate
Selbstständig: Ca.6 Monate
Geschlechtsreife: Ca. 7 – 18 Monate
Jungensterblichkeit:

Natürliche Feinde: Gefährlich für die Lämmer sind Füchse, Luchse, Steinadler, Wölfe
Abwehrverhalten: Flüchten, bei Beunruhigung lassen sie zischenden Laut durch die Nüstern hören, oft angekündigt durch nervöses Stampfen mit den Vorderläufen, wird der Warnruf vom Leitschaf (älteres Weibchen) ausgestoßen, nutzen Kletterfähigkeit, um Feinden zu entkommen. Werden sie in die Enge getrieben oder schwer verletzt, können besonders die männlichen Tiere mit ihren Hörnern zu gefährlichen Gegnern werden
Krankheiten: Band- und Magen-Darm-Würmer, Blauzungenkrankheit, Chlamydien-Aborte, Milben, Moderhinke (Klauenfäule), Lungenentzündungen, Zecken

Schutzstatus:
– Berner Konvention – Anhang III
Im Bundesjagdgesetz (BJagdG): Ja

Funktion im Ökosystem: Dienen Fressfeinden als Nahrungsgrundlage. Als Raufutterfresser ernähren sie sich primär von Gräsern und Kräutern. In offenen Landschaften oder lichten Wäldern können sie durch ihren Verbiss zur Offenhaltung von Flächen beitragen. Besiedeln oft felsige, trockene und karge Lebensräume, in denen anderes Schalenwild (Reh-, Rotwild) weniger vorkommt. In waldreichen Gebieten verursachen sie Schälschäden an Bäumen und verbeißen Verjüngung, was waldbaulich negativ bewertet wird. Sie konkurrieren mit einheimischen Schalenwildarten um Nahrung. Die Tiere sind oft nicht ideal an feuchte, weiche Böden in Deutschland angepasst, was zu Klauenleiden führen kann

Mufflons brauchen Hilfe, wenn …
– ein Lamm von seiner Mutter verstoßen wird oder das Muttertier stirbt
– sie krank sind oder Verletzungen aufweisen (z. B. durch Unfälle, Verheddern in Zäunen oder Klauenleiden auf für sie ungeeigneten weichen Böden)
– sie sich in Zäunen verfangen haben

Wie helfe ich richtig?
– Abstand halten, Mufflons sind scheu, aber in Panik können sie gefährlich werden oder sich weiter verletzen
– Wenn das Tier auf einer Straße liegt, sichern Sie die Unfallstelle (Warnblinkanlage, Warndreieck)
– Vermeiden Sie laute Geräusche und hektische Bewegungen
– Kontaktieren Sie umgehend den zuständigen Jagdpächter, Förster oder die Polizei. Diese sind für das Wildmanagement verantwortlich und können professionelle Hilfe leisten
– Nehmen Sie das Tier nicht mit, es sei denn, es handelt sich um ein absolut hilfloses, verwaistes Lamm und die Behörden haben zugestimmt

Was kann ich tun um Konflikte zu vermeiden?
– Nicht füttern
– Abstand halten, besonders zu Gruppen (Herden) oder Böcken mit großen Hörnern
– Hunde im Wald, besonders in Gebieten mit Mufflonvorkommen, an der Leine führen
– Ruhig bewegen und keinen Lärm machen, um die Tiere nicht aufzuschrecken

Wie kann ich Mufflons unterstützen?
– Der Tierpark Thale bietet eine Tierpatenschaft (100€/Jahr) für Mufflons an. Mit diesen Geldern werden anteilig Kosten für die Haltung und Modernisierung der Gehege investiert
https://www.bodetal.de/fileadmin/user_upload/Bilder/Tierpark_Hexentanzplatz/Tierpatenflyer_April_2026.pdf
– „Harzdachs TV“ auf Youtube abonieren und neue Dinge lernen, wie hier zum Beispiel über das Mufflon
https://www.youtube.com/watch?v=1VB1YBaXqao
https://www.youtube.com/watch?v=HQaebv2npw4

Über den Experten: caroline.schoch

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