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Marderhund – Nyctereutes procyonoides

Neozoen-Art
Invasive-Art


Klasse: Säugetiere
Ordnung: Raubtiere
Familie: Hunde
Art: Marderhund (Waschbärhund, Tanuki, Enok, Obstfuchs, Seefuchs)

Beschreibung: Weiche Fell, beige-grau an den Flanken, an Bauch und Rücken schwarzbraun. Weißlichgraue Binde über der Augenpartie. Fuchsgroß, hundeartig. Backenbart
Kopf-Rumpf-Länge: 50cm – 68cm
Schulterhöhe: 20cm – 30cm
Schwanzlänge: 13cm – 25cm
Gewicht: 4kg – 12kg
Herzfrequenz: … Schläge pro Minute
Körpertemperatur: 38°C – 39°C

Sinnesleistung:
Sehvermögen: Mäßig ausgeprägt
Gehör: Sehr gut entwickelt, vergleichbar mit dem des Fuchses
Geruchsinn: Sehr gut ausgeprägt
Sonstiges: Tasthaare (Schnurrhaare) an Maul und Backen, Jacobsonsches Organ

Lebenserwartung: Ca. 6 – 10 Jahre
Lebensraum: Feuchte, strukturreiche Lebensräume wie Auenlandschaften, Schilfufer, Laub- und Mischwälder. gewässerdominierte Landschaften bevorzugt, Kulturlandschaften, Wälder, Bevorzugung gewässerreicher Habitate, nicht über 500 m NN
Lebensweise: Lebenslange Paarbindung, Dämmerungs- und Nachtaktiv, Lautäußerungen, wie – Miauen, Winseln, Bellen, leises Fiepen, knurren, langgezogene heulende Schreie. Sehr scheue

Fortbewegung: Zehengänger, ausgezeichnete Schwimmer, bewegen sich gern in feuchten Lebensgebieten und Sümpfen, kann bis zu 40km/h schnell laufen
Nahrung: Vögel, Eier, Fische, Kröten, Schnecken, Insekten, Eicheln, Nüsse, Beeren, Obst, Aas, Vögel, Spitzmäuse, Maulwürfe, Mais, Getreide, Früchte, Vogeleier, Amphibien
Sonstiges: Sein Speichel kann das Hautgift von Kröten neutralisieren. Ernährung setzt sich in etwa wie folgt zusammen; Amphibien/Fischen ca. 31%, Aas ca. 27%, Pflanzen/Früchten ca. 16%, Vögeln ca. 14%, Kleinsäugern ca. 9%

Fortpflanzung: Nesthocker, werden meist in verlassenen Fuchs- oder Dachsbauen, Wurzeln, Reisighaufen oder Schilfnestern, die bevorzugt in feuchten, deckungsreichen Laub- und Mischwäldern liegen geboren
Paarungszeit: Januar – Februar (Ranz)
Tragzeit: 60 – 62 Tage
Wurfzeit: März – April
Wurfgröße: 6 – 10 Jungtiere
Anzahl der Würfe: 1 Wurf pro Jahr
Säugezeit: 40 – 50 Tage
Selbstständig: 3 – 4 Monaten
Geschlechtsreife: 8 -10 Monaten
Jungensterblichkeit:
Sonstiges: Arbeitsteilung bei der Aufzucht, während die Fähe nach Nahrung sucht, bleibt der Rüde bei den Welpen, während der ersten Wochen bewacht der Rüde überwiegend das Geheck und nimmt kaum Nahrung auf

Natürliche Feinde: Wölfe, Luchse, Braunbären, Greifvögel, Uhus
Abwehrverhalten: Übelriechendes Sekret zur Abwehr, knurrt, Totstellreflex (Thanatose – mit geöffneten Augen bleibt er starr liegen. Dieses Verhalten könnte eine Schutzwirkung gegenüber den vor allem auf Bewegung reagierenden großen Katzen im ursprünglichen Verbreitungsgebiet sein)
Krankheiten: Tollwut, Staupe, Räude, Zecken, Trichinen, Aujeszkysche Krankheit (Pseudotollwut), Fuchsband-, Spul-, Haken-, Lungen (Capillaria aerophila)-, Hunde (Toxocara canis), -Haar (Capillaria spp.) und Saugwürmer (Alaria alata)

Schutzstatus:
Keiner, da invasive Art
Im Bundesjagdgesetz (BJagdG): ja, ganzjährig, außer Fähen mit Jungtieren (Elterntierschutz)

Funktion im Ökosystem: Marderhunde sind Nahrungsopportunisten, das heißt, sie fressen, was gerade verfügbar ist. Ihre Nahrung besteht aus Kleinsäugern, Insekten, Amphibien, Vögeln, Eiern, Aas sowie Früchten und Pflanzenteilen. Aufgrund ihrer Ernährungsweise wird befürchtet, dass Marderhunde negativen Einfluss auf die Bestände von bodenbrütenden Vögeln (z.B. Kiebitz, Rebhuhn) sowie Sumpf- und Wasservögeln haben. Sie gelten zudem als Prädator von Gelegen und Schlüpflingen der Europäischen Sumpfschildkröte. Ähnlich wie der Dachs agieren sie als „Gesundheitspolizei“ im Wald, indem sie Aas beseitigen. Als Überträger von Parasiten (z. B. Fuchsbandwurm) und Krankheiten (z. B. Staupe, Leptospirose) können Marderhunde ein Infektionsrisiko für Wild-, Nutztiere und Menschen darstellen. Sie gelten jedoch als Hauptüberträger der Tollwut in Deutschland als unbedeutend, da das Land seit 2008 tollwutfrei ist. Als Neozoen ohne natürliche Feinde (außer Wölfen) besetzen sie Nischen, die teilweise mit heimischen Arten wie Fuchs oder Dachs konkurrieren könnten, wobei eine direkte Verdrängung wissenschaftlich noch nicht zweifelsfrei belegt ist

Marderhunde brauchen Hilfe, wenn
– er offensichtlich verletzt ist (z. B. nach einem Verkehrsunfall)
– Jungtiere gefunden werden, deren Mutter nachweislich tot ist (z. B. überfahren auf der Straße)

Wie helfe ich richtig?
– Niemals mit bloßen Händen anfassen, dicke Handschuhe, eine Jacke oder eine Decke benutzen. Ein verletzter Marderhund hat Schmerzen und kann beißen
– Tier von der Straße sichern, falls es dort liegt
– Da Marderhunde in Deutschland unter das Jagdrecht fallen, müssen Sie den örtlichen Jagdpächter oder die Polizei kontaktieren, die den Jagdpächter informiert. Auch Wildtierstationen können helfen
– Wenn möglich, das Tier vorsichtig in eine gut belüftete Box (z.B. ein Karton mit Luftlöchern, ausgelegt mit einem Tuch) setzen
– Ein verletztes Tier leidet oft unter Schock und braucht Wärme
– Kein Futter oder Wasser geben, um seinen Zustand nicht zu verschlechtern
– Fundort leise und dunkel halten, um Stress zu vermeiden

Was kann ich tun um Konflikte zu vermeiden?

– Hunde und Katzennicht draußen füttern
– Mülltonnen mit einem Schloß sichern
– Nicht füttern, dies führt dazu, dass sie ihre Scheu verlieren und immer wiederkommen
– Marderhund immer einen Fluchtweg lassen. Obwohl sie selten aggressiv sind, können sie sich in die Enge getrieben verteidigen

Buchtipps:

Mythologie:

Über den Experten: caroline.schoch

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