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Baummarder – Martes martes

Einheimische – Art

Klasse: Säugetiere
Ordnung: Raubtiere
Familie: Marder
Art: Baummarder (Edelmarder, Gelbkehlchen)

Beschreibung: Fell einfarbig hell- bis kastanien- oder dunkelbraun mit einem deutlichen gelblichbraunen oder cremefarbenen Kehlfleck, der nach unten abgerundet und nicht wie beim Steinmarder (Martes foina) weiß und gegabelt ist. Kopf, Körper und Schwanz sind gleichmäßig braun gefärbt ohne deutlichen Farbübergang, Schwanzspitze dunkler gefärbt. Kopf ist durch die großen, dreieckigen, gelbgeränderten Ohren charakterisiert. Nase dunkel bis schwarz. Langgestreckter Körper. Relativ kurze Beine besitzen fünffingrige Pfoten, deren Sohlen stark behaart sind
Kopf-Rumpf-Länge: 41cm – 58cm
Schwanzlänge: 16cm – 30cm
Gewicht: 850g – 1.900g
Herzfrequenz: … Schläge pro Minute
Körpertemperatur: 37°C – 39°C

Sinnesleistung:
Sehvermögen: Sehr gut entwickelt, Bewegungsseher
Gehör: Sehr gut entwickelt
Geruchsinn: Besonders stark ausgeprägt
Sonstiges: Lange Tasthaare im Bereich der Nase und Oberlippe, äußerst reaktionsschnell, Jacobsonsches Organ

Lebenserwartung: Ca. 16 Jahre
Lebensraum: Strukturreiche Laub- und Mischwäldern die eng an alte Baumbestände gebunden sind
Lebensweise: Einzelgänger, Dämmerungs- und Nachtaktiv, legt in seinem Revier einige Nester an, vorrangig in Baumhöhlen, manchmal aber auch in verlassenen Eichhörnchenkobeln oder Greifvogelnestern. In diese Ruheplätze zieht er sich tagsüber zurück, in der Dämmerung und der Nacht begibt er sich auf Nahrungssuche. Territoriales Tier

Fortbewegung: Nutzt langen, buschigen Schwanz als Balancierstange. Sohlen sind behaart, was Halt auf vereisten Flächen bietet. Krallen halb einziehbar. Hinterpfoten um 180 Grad drehbar, was sicheres Herabklettern von Bäumen mit dem Kopf voran ermöglicht. Springt bis zu 4m weit
Nahrung: Wühl- und Spitzmäuse, Ratten, Eichhörnchen, Vögel, Eier, Reptilien, Frösche, Schnecken, Insekten, Aas, Früchte, Beeren, Nüsse, junge Hasen, Obst, Käfer, Larven, Aas, Vogeleier
Sonstiges: Seine Beutetiere tötet der Baummarder durch einen Biss in den Nacken

Fortpflanzung: Nesthocker, wird meist in gut versteckten, hoch gelegenen Baumhöhlen, verlassenen Spechthöhlen oder Eichhörnchenkobeln geboren
Paarungszeit: Juni – August dann Keimruhe bis Februar – April (Ranz)
Tragzeit: Ca. 31 Tage
Wurfzeit: März – Mai
Wurfgröße: 2 – 5 Jungtiere,
Anzahl der Würfe: 1 Wurf pro Jahr
Säugezeit: Ca. 8 Wochen
Selbstständig: 12 – 16 Wochen
Geschlechtsreife: Ca. 2 Jahre
Jungensterblichkeit:

Natürliche Feinde: Greifvögel, Eulen, Luchse, Füchse, Uhus, Adler
Abwehrverhalten: Wird er in die Enge getrieben, kann er sich durchaus wehrhaft zeigen, laut fauchen Katzenbuckel machen und beißen, um einen Angreifer abzuschrecken, in der Regel wird er allerdings flüchten. Bei starker Bedrohung scharrt er mit den Hinterläufen und schlägt mit dem Schwanz
Krankheitsüberträger: Staupe, Tollwut, Leptospirose (durch Kot/Urin), Salmonellen, Band-, Saug-, Haar- und Fuchsbandwürmer, Flöhe, Zecken, Milben, Hepatozoon martis (Hepatozoonose), Aujeszkysche Krankheit (Pseudotollwut)

Schutzstatus:
– Bundesartenschutzverordnung – Besonders geschützt
Es ist verboten Baummarder zu vergiften, zu fangen, zu verletzen oder zu töten . Es drohen bei Verstoß 5.000€ Strafe oder bis zu 2 Jahre Freiheitsstrafe!
Im Bundesjagdgesetz (BJagdG): Ja

Funktion im Ökosystem: Der Baummarder ernährt sich von kleinen Säugetieren (vor allem Wühlmäusen), Vögeln, deren Gelegen sowie Insekten. Durch die Bejagung dieser Arten verhindert er eine Überpopulation und trägt zur Stabilisierung der Nahrungskette bei. Er erbeutet bevorzugt kranke, schwache oder reaktionsschwache Tiere, was die Gesundheit der Beutetierpopulationen fördert. In seinem Lebensraum, den Baumkronen, ist er einer der wenigen natürlichen Feinde des Eichhörnchens. Dies hält die Eichhörnchenpopulation aktiv und vital. Neben tierischer Nahrung frisst der Baummarder saisonal Früchte und Beeren. Durch das Ausscheiden der Samen trägt er zur Verbreitung von Pflanzenarten bei. Da Baummarder empfindlich auf Lebensraumveränderungen reagieren und ungestörte Wälder benötigen, gilt ihre Anwesenheit als Indikator für ein intaktes Waldökosystem. Im Gegensatz zum kulturfolgenden Steinmarder ist der Baummarder ein Kulturflüchter, der sich auf den Lebensraum „alter, strukturreicher Wald“ spezialisiert hat

Baummarder brauchen Hilfe, wenn …
– ein Marderjunges (oft mit Eichhörnchen verwechselt) gefunden wird, das kalt ist, laut fiept, alleine außerhalb des Nests ist
– sie sichtlich verletzt sind, apathisch wirken oder Haltungsschäden zeigen
– Tiere, tagsüber orientierungslos umherirren oder keine Scheu zeigen

Wie helfe ich richtig?
– Feste Handschuhe anziehen (Marder beißen kräftig)
– Marder vorsichtig in einen Karton mit Luftlöchern setzen
– Karton an einen dunklen, ruhigen und warmen Ort stellen
– Ein unterkühltes Tier muss mit einer Wärmflasche (Körperwarm) aufgewärmt werden
– Kein Futter und kein Wasser geben, um keine falschen Behandlungen durchzuführen
– Sofort einen wildtierkundigen Tierarzt, eine Wildauffangstation oder einen Förster kontaktieren
– Das Tier, wenn möglich, direkt dorthin bringen

Was kann ich tun um Konflikte zu vermeiden?
– Dachrinnen, Fallrohre, Dachpfannen und Risse im Mauerwerk kontrollieren. Marder benötigen nur 4cm – 5cm große Öffnungen. Stabiles Drahtgeflecht, engmaschige Gitter oder spezielle Marderabwehr-Gitter verwenden, da Marder Holz und Kunststoff durchbeißen können.Wichtig – sicherstellen, dass sich kein Tier mehr im Haus befindet, bevor die Zugänge verschlossen werden, um verhungernde Jungtiere auszuschließen
– Kletterhilfen unterbrechen – Äste, die das Dach berühren, zurückschneiden

Wie kann ich den Baummarder unterstützen?

– Baummarder benötigen alte Misch- und Nadelwälder mit dichten Baumkronen. Der Schutz solcher Wälder vor Kahlschlägen ist die beste Unterstützung
– Totholz liegen lassen, Baummarder sind auf Baumhöhlen (z.B. von Spechten) als Wurfplätze angewiesen
– Liegt das Grundstück am Waldrand, fördert ein strukturreicher Garten mit einheimischen Hecken und Obstbäumen kleine Beutetiere (Mäuse), die dem Marder als Nahrung dienen

Buchtipps:

Mythologie: Der Marder wird immer zu beschuldigt, im Blutrausch ganze Hühnerställe zu leeren. Auch in Tierfabeln kommt er nicht gut davon

Über den Experten: caroline.schoch

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