Neozoen-Art
Invasive-Art
Klasse: Säugetiere
Ordnung: Paarhufer
Familie: Hirsche
Art: Sikahirsch
Beschreibung: Sommerfell rotbraun mit zahlreichen weiße Flecken in 7 – 8 Längsreihen angeordnet. Winterfell blassere Flecken, die Hirsche bildet bei beiden Geschlechtern eine dichte Halsmähne aus, wobei der Kopf etwas heller ist als die Mähne und der übrige Körper. Schwanz (Spiegel) weißlich, von dunkleren Haaren umrahmt, in der Mitte verläuft ein dunkler Strich
Kopf-Rumpf-Länge: 95cm – 140cm
Schulterhöhe: 64cm – 100cm
Schwanz: 7cm – 13cm
Gewicht: Ca. 80kg
Herzfrequenz: 50 – 80 Schläge pro Minute
Körpertemperatur: 38,5°C – 39,5°C
Sinnesleistung:
Sehvermögen: Breites Sichtfeld, Bewegungsseher
Gehör: Sehr fein, auf weite Distanz
Geruchsinn: Extrem fein über weite Distanz
Sonstiges: 10 verschiedene Lautäußerungen, von weichen Pfeiflauten (Weibchen) bis zu lauten, pfeifend-brüllenden Lauten während der Brunftzeit (Männchen), besitzen auffällige Duftdrüsen an den Hinterläufen (Metatarsalorgane), Jacobsonsches Organ
Lebenserwartung: Ca. 11 – 15 Jahre
Lebensraum: Dichte, unterholzreiche Laub- und Mischwälder, Feuchtgebiete
Lebensweise: Mutterfamilien von 2 – 10, selten 50 Tieren, Männchen einzelgängerisch, Dämmerungs- und Nachtaktiv
Fortbewegung: Bis zu 50km/h schnell, sehr guter Schwimmer
Nahrung: Gräser, Kräuter, Knospen, junge Triebe, Eicheln, Bucheckern, Beeren, Kastanien, Rinde, Schilf, Binsen, Zwergsträucher, Blätter, Feldfrüchte, Seetang
Fortpflanzung: Nestflüchter, werden meist in deckungsreichen Wäldern geboren, oft in Bereichen mit dichtem Unterholz, die Schutz und Ruhe bieten
Paarungszeit: September – November
Tragzeit: Ca. 30 Wochen
Wurfzeit: Mai – Juli
Wurfgröße: 1 – 2 Jungtiere
Anzahl der Würfe: 1 Wurf pro Jahr
Säugezeit: 3 – 4 Monate
Selbstständig: Ca. 2 Jahre
Geschlechtsreife: Ca. 15 – 18 Monate
Jungensterblichkeit: …
Sonstiges: Hybridisierung mit Rotwild möglich
Natürliche Feinde: Wölfe, Luchse
Abwehrverhalten: Flüchten, springen dabei oft ins Wasser, geben schrillen Pfeifton von sich, der die Umgebung warnt
Krankheiten: Kokzidien, Corynebacterium pseudotuberculosis, Lungenwürmer, chronische Auszehrungskrankheit (CWD), Tollwut, Schweinepest, Maul- und Klauenseuche
Schutzstatus:
Keiner, da invasive Art
Im Bundesjagdgesetz (BJagdG): Ja
Funktion im Ökosystem: Sikahirsche bevorzugen dichte, unterholzreiche Wälder und ernähren sich von Gräsern, Blättern, Rinde, Knospen und Trieben. Durch hohen Verbiss und Schälung können sie junge Bäume schädigen, was die Waldverjüngung beeinträchtigt. Da sie ähnliche Ressourcen wie das heimische Rotwild nutzen, treten sie in Konkurrenz zu diesem. In einigen Regionen, wie Teilen des Arnsberger Waldes, haben sie sich stark ausgebreitet. Ein wesentliches ökologisches Risiko ist die genetische Vermischung (Hybridisierung) mit dem Rotwild. Da die Gene kompatibel sind, können Mischlinge entstehen, was die genetische Integrität des heimischen Rotwildes gefährdet. Aufgrund dieser Risiken für die heimische Flora und Fauna stuft das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die EU den Sikahirsch als potenziell invasive Art ein. Es gibt EU-weit Bemühungen, ihre Ausbreitung zu begrenzen und Bestände zu reduzieren
Sikahirsche brauchen Hilfe wenn, …
– ein Kalb, über längere Zeitraum (mehrere Stunden bis zu einem Tag) allein umherläuft und laut pfeift/blökt
– sie lahmen, hängende Läufe oder Anzeichen von Verletzungen oder sichtbare Wunden haben (z. B. durch Verkehrsunfälle)
– eine Apathie, starker Gewichtsverlust, starker Haarverlust oder ein torkelnder Gang auffällt
– sie in Zäunen feststecken oder in einen Schacht gestürzt sind
Wie helfe ich richtig?
– Das Tier nicht stressen oder in die Enge treiben
– Nicht sofort anfassen
– Eine Weile beobachten, ob das Tier wirklich Hilfe benötigt
– Bei verletzten oder verwaisten Tieren sofort den zuständigen Jagdpächter, Förster oder die Polizei informieren
Was kann ich tun um Konflikte zu vermeiden?
– Nicht füttern
Buchtipps: …
Mythologie: …
