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Damhirsch – Dama dama

Neozoen-Art

Klasse: Säugetiere
Ordnung: Paarhufer
Familie: Hirsche
Art: Damhirsch (Damwild)

Beschreibung: Männchen tragen ein charakteristisches Schaufelgeweih. Im Sommer ist das Fell (Decke) rotbraun mit Aalstrich und weißen Flecken und im Winter graubraun. Die weißen Flecken sind im Winter kaum sichtbar. Damhirsche gibt es in den Farbschlägen von fast weiß über rotbraun, silbergrau bis fast schwarz. Lange Läufe. Langer Schwanz (Wedel) mit schwarzer Spitze, schwarz umrahmter weißer Spiegel
Kopf-Rumpf-Länge: 120cm – 175cm
Schulterhöhe: 80cm – 100cm
Schwanzlänge: Ca. 20cm
Gewicht: 35kg – 120kg
Herzfrequenz: … Schläge pro Minute
Körpertemperatur: 38,5°C

Sinnesleistung:
Sehvermögen: Reagiert extrem sensibel auf kleinste Bewegungen, sehr weites Gesichtsfeld, auch bei wenig Licht exzellent
Gehör: Sehr gut ausgebildet. Lauscher (Ohren) können unabhängig voneinander um 180° bewegt werden, um Geräusche exakt zu orten
Geruchsinn: Sehr stark ausgeprägt um Gefahr (riechen Menschen auf 400m Entfernung) oder Artgenossen (Kalb und Muttertier erkennen sich untereinander anhand des Geruches) über weite Entfernungen wahrzunehmen
Sonstiges: Voraugendrüse (Tränengrube oder Anorbitalorgan), sondert besonders zur Brunftzeit ein bräunliches Sekret ab. Duftdrüsen an Zwischenzehen- oder Interdigitaldrüsen und das Metatarsalorgan (Sprunggelenkdrüse), an der Außenseite der Hinterläufe dicht unter dem Sprunggelenk und ein helles, wachsartiges Sekret absondert, das Sekret dieser Drüsen wird am niedrigen Bodenbewuchs abgestreift, so dass die Hirsche eine Duftfährte hinterlassen

Lebenserwartung: 15 – 20 Jahre
Lebensraum: Deckungsreiche Laub- und Mischwälder mit Freiflächen und Lichtungen, offenen Landschaften
Lebensweise: Gewöhnlich in jeweils nach Geschlechtern getrennten, Kahlwild- oder Junggesellenrudel, alte Hirsche sind sehr oft Einzelgänger, Tag- und nachtaktiv,
blöken, Fiepen hell, Miauende (mi mi mi)-, grunzende- und rülpsende Laute

Fortbewegung: Schritt, Trab und Galopp, flüchtende Damhirsche zeigen gelegentlich auch sogenannte Prellsprünge, bei denen sie sich mit allen vier Läufen zugleich vom Boden abstoßen, aber an fast derselben Stelle wieder landen, kann bis zu 180cm hoch springen
Nahrung: Gräser, Kräuter, Blätter, Triebe, Rinde, Pilze, Kastanien, Bucheckern, Äpfel, Birnen, Pflaumen, alle Getreidearten, Kartoffeln, Rüben
Sonstiges: Wiederkäuer, Selektierer, Nahrung ist grundsätzlich sehr wasserhaltig, so dass Damhirsche in der Lage sind, ohne Wasser auszukommen

Fortpflanzung: Nestflüchter, werden meist in geschütztem Bereichen wie lichten Wäldern, hohem Gras oder in Gebüschen geboren
Paarungszeit: Oktober – November (Brunft)
Tragzeit: Ca. 230 Tage
Wurfzeit: Mai – Juli
Wurfgröße: 1 – 2 Jungtiere
Anzahl der Würfe: 1 Wurf pro Jahr
Säugezeit: 8 – 9 Monate (Muttertier kommt 5 – 6 Mal am Tag zum säugen)
Selbstständig: 9 – 12 Monate
Geschlechtsreife: 14 – 16 Monate
Jungensterblichkeit:

Natürliche Feinde: Luchse, Wölfe, Greifvögel (Kälber)
Abwehrverhalten: Präsentieren bei Gefahr den Schwanz und flüchten in charakteristischen Prellsprüngen, aufgeschreckte und erregte Tieren geben bellende Laute von sich
Krankheiten: Magen-Darm- und Lungenwürmer, Räude, Nekrobazillose, Pasteurellose (Pasteurella multocida), Milzbrand, Paratuberkulose, Papillomaviren (Blumenkohlkrankheit), Aujeszkysche Krankheit (im Verdachtsfall anzeigepflichtig), CWD (Chronic Wasting Disease, vergleichbar mit BSE, anzeigepflichtig)

Schutzstatus:
– Berner Konvention

Im Bundesjagdgesetz (BJagdG): Ja

Funktion im Ökosystem: Als Weidetiere beeinflussen Damhirsche durch ihren Verbiss die Vegetationsstruktur. Sie können zur Offenhaltung von Landschaften beitragen, indem sie Grasflächen, Kräuter und junge Gehölze fressen. Da Damhirsche neben Gras auch Rinde und verholzte Triebe fressen, können sie bei zu hoher Populationsdichte zu Schäden an Bäumen und Sträuchern führen. Ihr Verbiss kann zur Auflichtung von Wäldern führen. Wie andere Huftiere tragen auch Damhirsche zur Verbreitung von Samen bei, indem sie diese über ihren Kot (Endozoochorie) oder im Fell (Epizoochorie) weiterleiten. Aufgrund ihrer biologischen Rolle als Beutetiere sind sie ein wichtiger Faktor im Ökosystem, indem sie als Nahrungsbasis für Raubsäuger fungieren (auch wenn dies in Deutschland primär für Rotwild gilt, ist die Rolle ökologisch vergleichbar). Damhirsche können rohfaserreiche und nährstoffarme Nahrung gut verwerten, was ihnen erlaubt, auch kargere Lebensräume zu nutzen. Sie werden häufig in großen Gehegen gehalten, wo sie zur Pflege von Grünlandflächen beitragen, jedoch bei zu hoher Besatzdichte zu einer Verarmung der Flora führen können

Damhirsche brauchen Hilfe, wenn …
– sie offensichtlich verletzt sind (z.B. Verkehrsunfälle oder Verfangen in Zäunen)
– sie apathisch sind, stark abmagern oder Hinweise auf Schalenerkrankungen (Moderhinke) zeigen
– ein Kalb nachweislich über längere Zeit (mehrere Stunden bis Tage) allein ist, ohne dass die Mutter (Alttier) zurückkehrt (Junge Kälber werden oft „abgelegt“ und sind nicht verlassen, auch wenn sie allein wirken)

Wie helfe ich richtig?
– Beobachten ob das Tier wirklich verletzt (sichtbare Wunden), krank (apathisch, taumelnd) oder verwaist ist
– Abstand halten, Damhirsche können Menschen bei Panik schwer verletzen (Fluchtverhalten, Hufe/Geweih)
– Ruhe bewahren, Hektik überträgt sich auf das Tier
Polizei, zuständigen Jagdpächter/Förster, örtliche Wildtierstationen oder wildtierkundige Tierarzt kontaktieren
– Nicht anfassen, selbst fixieren oder transportieren, sofern keine akute Gefahr für das Tier besteht (z. B. auf einer Autobahn)
– Falls möglich, das Tier absichern (Warnblinkanlage bei Verkehrsunfall), aber nicht bedrängen
– Für eine möglichst stressfreie Umgebung (keine lauten Geräusche, keine Menschenansammlungen) sorgen
– Ein im Gras liegendes Hirschkalb ist nicht automatisch verwaist! Das Muttertier ist oft in der Nähe. Berühren Sie das Tier auf keinen Fall (Menschengeruch führt zum Verstoßen)
– Nicht füttern, falsche Nahrung kann Wildtieren schaden
– Nicht mitnehmen, es ist in der Regel verboten, Wildtiere der Natur zu entnehmen (Ausnahme: Hilflose Jungtiere, die direkt nach Muttertier-Tod gefunden werden, aber auch hier: Erst Fachpersonal anrufen)
– Keine Laien-Versorgung, verletzte Wildtiere gehören in fachmännische Hände (örtliche Wildtierstationen oder wildtierkundige Tierarzt )

Was kann ich tun um Konflikte zu vermeiden?
– Nicht füttern

Was kann ich tun um den Damhisch zu unterstützen?
– Nicht füttern – besonders kein Brot, Obst oder Gemüse, dies führt zu schweren Verdauungsproblemen (Pansenübersäuerung) und schadet den Tieren
– Bei lokalen Wildgehegen anfragen, ob Unterstützung bei der Pflege der Anlage oder bei der Fütterung benötigt wird
– Kastanien und Eicheln sammeln und den zuständigen Jägern/Förstern bereitstellen
– Auf den Wegen bleiben, besonders im Winter (Energie sparen) und in der Wurfzeit (Setzzeit) sollten Wildtiere nicht gestört werden
– Hunde im Wald immer an der Leine führen
– Der Tierpark Thale bietet eine Tierpatenschaft (150€/Jahr) für Damwild an. Mit diesen Geldern werden anteilig Kosten für die Haltung und Modernisierung der Gehege investiert.
https://www.bodetal.de/fileadmin/user_upload/Bilder/Tierpark_Hexentanzplatz/Tierpatenflyer_April_2026.pdf
– „Harzdachstv“ auf Youtube abonieren und neue Dinge lernen, wie hier zum Beispiel über das Damwild
https://www.youtube.com/watch?v=qPzO2iXqlmM

Buchtipps:

Mythologie:

Über den Experten: caroline.schoch

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