Neozoen-Art
Invasive-Art
Klasse: Säugetiere
Ordnung: Nagetiere
Familie: Wühler
Art: Bisamratte (Moschusratte, Zwergbiber, Bisambiber, Zibetratte, Sumpfkaninchen, Sumpfhase)
Beschreibung: Fell von schwarz über dunkelbraun bis cremefarben, vereinzelt auch Albinos. Fell sehr dicht und wasserabweisend. Gedrungene, rattenartige Statur mit kurzem, dickem Kopf. Wasserdicht verschließbare Ohren. Statt Schwimmhäute sogenannte Schwimmborsten (steife Haare, die als Saum an den Rändern der Zehen wachsen und so die Zehen paddelartig vergrößern), Hauptantrieb beim schwimmen durch lange, kräftige Beine und weit gespreizten Hinterfüße. Schwanz fast nackt und abgeplattet. Zur Steuerung und Unterstützung der Schwimmbewegung nutzt sie ihren Schwanz, den sie in horizontaler Ebene nach rechts und links bewegen kann. Große orangegelbliche Schneidezähne
Kopf-Rumpf-Länge: 35cm – 40cm
Schwanzlänge: 22cm – 25cm
Gewicht: 800g – 2.300g
Herzfrequenz: 200 Schläge pro Minute
Körpertemperatur: …
Sinnesleistung:
Sehvermögen: Eher schlecht ausgebildet
Gehör: Gut ausgebildet
Geruchsinn: Gut entwickelt
Sonstiges: Tasthaare (Vibrissen) schwarz, im Gesichtsbereich, auf angelegten Kotplätzen sondern Männchen ein, nach Moschus duftenden Sekret ab, sehr scheu, Jacobsonsches Organ
Lebenserwartung: Ca. 1 – 3 Jahre
Lebensraum: Bevorzugen Uferbereiche von Seen, Flüssen, Bächen, Teichen und Gräben mit konstantem Wasserstand, ausschlaggebend ist ein hoher Anteil an Wasserpflanzenmasse und Möglichkeiten Baue anzulegen
Lebensweise: Einzelgänger oder in Familienverbänden (Elternpaar mit Jungtieren), Tag-, Dämmerungs- und Nachtaktiv,
hält sich überwiegend im Wasser auf. Gräbt als Unterschlupf Erdbaue von 0,5m bis 2m hohen Behausungen aus Röhricht und anderen Wasserpflanzen wie Binsen und Schilf, die sogenannten „Bisamburgen“ deren Eingänge unter Wasser liegen. Bei steigendem oder fallendem Wasserstand wird der Eingang entsprechend höher oder tiefer angelegt. Zum Graben nutzen sie sowohl die Vorderpfoten als auch die Nagezähne
Fortbewegung: Schwimmt exzellent, taucht bis zu 10 – 20 Minuten lang
Nahrung: Schilfrohr, Rohrkolben, Binsen, Wurzeln, Posthornschnecken, Dreikantmuscheln, Krebse, Gemüse, Obst, Feldfrüchte, See- und Teichrosenarten, Baumrinde, Schachtelhalm, Laichkrautarten, Gräser, Larven, Frösche, Fische, Vögel, Vogeleier, Insekten, Apmphibien
Fortpflanzung: Nesthocker, werden meist in einer sogenannten „Wohnburg“, die aus Schilf, Binsen und Wasserpflanzen im Uferbereich errichtet wird, oder in unterirdischen Gängen in Uferböschungen geboren
Paarungszeit: März – September
Tragzeit: 22 – 30 Tage
Wurfzeit: März – Oktober
Wurfgröße: 4 – 9 Jungtiere
Anzahl der Würfe: 2 – 3 Würfe pro Jahr
Säugezeit: 14 – 18 Tage
Selbstständig: Ca. 4 Wochen
Geschlechtsreife: Ca. 5 Monate
Jungensterblichkeit: …
Natürliche Feinde: Füchse, Fischotter, Uhus, Seeadler, Graureiher, Hechte
Abwehrverhalten: Taucht bei Beunruhigung sofort ab, lautes Schmatzen, erzeugt durch schnelles Aufeinanderschlagen der Schneidezähne weit hörbat Drohgeräusche
Krankheitsüberträger: Leptospirose (Zoonose), Tularämie (Hasenpest), Tollwut, Salmonellen, E. coli, Tuberkulose Fuchsbandwurm
Schutzstatus:
Keiner, da invasive Art
Im Bundesjagdgesetz (BJagdG): …
Funktion im Ökosystem: Durch ihre Wühltätigkeit und den Bau von Wohnröhren in Uferböschungen (Burgen) schaffen Bisamratten Strukturen, die anderen Tierarten wie Fischen, Amphibien und Wasservögeln als Unterschlupf und Lebensraum dienen. Ihre Aktivitäten können dazu beitragen, die Uferstrukturen zu dynamisieren und offenzuhalten. Als Pflanzenfresser ernähren sie sich primär von Wasserpflanzen (Röhricht, Schilf, Wasserpest). Durch den Fraß können sie dichte Bestände lichten, was wiederum anderen Pflanzenarten Licht und Raum bietet. Die Grabaktivitäten fördern die Durchmischung des Sediments und können so die Sauerstoffversorgung des Gewässerbodens verbessern, was den Abbau von organischem Material unterstützt. Dienen heimischen Beutegreifern als Nahrungsquelle. Ihre ausgedehnten Tunnelsysteme in Deichen, Dämmen und Uferböschungen führen zu Stabilitätsverlusten, Unterspülungen und hohen Reparaturkosten. Als invasive Art (Neobiota) können sie lokale Bestände von Wasserpflanzen übermäßig dezimieren und im Winter auch Muscheln sowie Krebse fressen, was geschützte Arten beeinträchtigen kann. Aufgrund ihrer Ausbreitung und der Schäden an Ufern und Wasserbauwerken wird die Bisamratte in der EU als „invasive Art von unionsweiter Bedeutung“ geführt
Bisamratten brauchen Hilfe wenn, …
– …
Wie helfe ich richtig?
– …
Was kann ich tun um Konflikte zu vermeiden?
– Abstand halten, Bisamratten nicht in die Enge treiben oder anfassen
– Nicht füttern
– Hunde IMMER an die Leine nehmen
Buchtipps: …
Mythologie: …
