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Mink – Neovison vison

Neozoen – Art
Invasive – Art

Klasse: Säugetiere
Ordnung: Raubtiere
Familie: Marder
Art: Amerikanischer Nerz (Mink)

Beschreibung: Dichtes, weiches, wasserabweisendes, dunkelbraun Fell. Immer dunkle Oberlippe und ein heller Unterkieferfleck. Langgestreckten Körper mit relativ kurzen Gliedmaßen und Schwanz. Gesicht flach, zugespitzt. Zehen zum Teil mit Schwimmhäuten verbunden
Kopf-Rumpf-Länge: 30cm – 43cm
Schwanzlänge: 13cm – 22cm
Gewicht: 800g – 2.300g
Herzfrequenz: … Schläge pro Minute
Körpertemperatur: 37°C – 39°C

Sinnesleistung:
Sehvermögen: Ausgezeichnetes Sehvermögen, nehmen Bewegungen sehr gut wahr
Gehör: Sehr gut, ähnlich wie beim Iltis
Geruchsinn: Hoch entwickelt
Sonstiges: Jacobsonsches Organ

Lebenserwartung: Ca. 3 – 10 Jahre
Lebensraum: Uferbereiche von Bächen, Flüssen, Seen, Teichen, Sümpfe, Moore, Bruchwälder. AnWasser gebunden. Selten weiter als 50m vom Gewässerrand entfernt. Bevorzugt stillen und einsamen Lebensraum
Lebensweise: Einzelgänger, Dämmerungs- und Nachtaktiv, sehr ortstreu, stark territorial, gegenüber Artgenossen aggressiv. Tagsüber verbergen sie sich in Bauen, die sie selbst gegraben oder von anderen Tieren übernommen haben, manchmal auch unter Steinen oder in Baumwurzeln. Selbstgegrabene Baue können bis zu 3m lang sein und oft mehrere Eingänge haben. Lautäußerungen untereinander klingen wie ein Keckern

Fortbewegung: Exzellenter Schwimmer und Taucher, gute Kletterer können Bäume erklimmen
Nahrung: Bisamratten, Mäuse, junge Kaninchen, Spitzmäuse, Flusskrebse, verschiedene Fischarten, Vogeleier, Wasser- und Singvögel, Sumpfbrüter, Frösche, Kröten

Fortpflanzung: Nesthocker, werden meist in selbst gegrabenen Erdbauen, verlassenen Bisamrattenbauten, in Uferböschungen, unter Wurzeln oder in dichten Hecken geboren
Paarungszeit: Februar – April
Tragzeit: 40 – 75 Tage
Wurfzeit: April – Juli
Wurfgröße: 2 – 10 Jungtiere
Anzahl der Würfe: 1 Wurf pro Jahr
Säugezeit: 5 – 7 Wochen
Selbstständig: Ca. 10 Monate
Geschlechtsreife: Ca 10 – 18 Monate
Jungensterblichkeit:

Natürliche Feinde: Füchse, Fischotter, Hunde, Katzen, Greifvögel
Abwehrverhalten: In die Enge getrieben, reagieren Nerze sehr aggressiv, mit fauchen, knurren und kreischen, können bei Bedrohung streng riechendes Sekret aus ihren Analdrüsen absondern, um Feinde abzuschrecken, flüchten aber in der Regel
Krankheiten: Aleuten-Nerzkrankheitsvirus (AMDV – Nerzplasmozytose), SARS-CoV-2 (COVID-19), Staupe

Schutzstatus:
Keiner – da invasive Art
Im Bundesjagdgesetz (BJagdG): Ja, ganzjährig

Funktion im Ökosystem: Als geschickter Jäger an Land und im Wasser ernährt sich der Mink von Fischen, Krebsen, Amphibien, Vögeln, deren Eiern sowie Kleinsäugern. Der Mink verdrängt den selten gewordenen Europäischen Nerz (Mustela lutreola) und den Iltis (Mustela putorius), indem er dieselbe ökologische Nische besetzt, aber durchsetzungsstärker ist. Besonders Bodenbrüter und bestimmte Amphibienpopulationen leiden unter dem hohen Jagddruck des Minks. Ursprünglich aus nordamerikanischen Pelzfarmen entkommen, besiedelt er nun weite Teile Europas. In einigen Gebieten ist eine Ausrottung kaum möglich, weshalb eine Kontrolle des Bestandes notwendig ist, um die einheimische Tierwelt zu schützen

Minke brauchen Hilfe, wenn …
– ein Tiere mit sichtbaren Verletzungen (z. B. nach Verkehrsunfall). gefunden wird
– sie apathisch oder krankwirken
– ein Jungtier offensichtlich verlassen ist (langes Warten und Beobachten ist nötig, um sicher zu sein)
– das Tier in einem Zaun feststeckt oder in einen Schacht gefallen ist

Wie helf ich richtig?
– Vorsichtig nähere, Abstand halten und nicht versuchen, das Tier ohne Schutz zu berühren. Ein verletzter Mink kann panisch beißen
– Prüfen ob das Tier wirklich verletzt, apathisch oder verwaist ist. Oftmals wirken Wildtiere nur teilnahmslos, brauchen aber keine menschliche Hilfe
– Umgehend eine Wildtierstation, einen wildtierkundigen Tierarzt oder den Jagdpächter/Förster kontaktieren. Da der Mink eine invasive Art ist (ab 2027 auf der EU-Unionsliste), ist der Kontakt zu Fachleuten besonders wichtig
– Nur wenn nötig, das Tier mit Handschuhen in einen dunklen, sicheren Karton setzen, um Stress zu vermeiden
– Nicht füttern/tränken, nicht, versuchen das Tier selbst zu füttern oder Wasser einzuflößen, da dies zu Verletzungen oder zum Tod führen kann
– Kontakt auf ein Minimum beschränken, um das Tier nicht unnötig zu stressen

Was kann ich tun um Konflikte zu vermeiden?
– Minke sind geschickte Jäger, die Zäune überwinden oder untergraben können. Hühnerställe und Gehege sollten engmaschig und fest verschlossen sein, am besten mit einem Fundament, das in den Boden reicht
– Da Minks als Neozoen (invasive Art) gelten und sich stark vermehren, sollten direkte Begegnungen vermieden werden. Sie können beißen, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen
– Bei einer starken Ansiedlung oder Problemen mit Minken, insbesondere in der Nähe von schützenswerten Feuchtgebieten, sollten die örtliche untere Naturschutzbehörde (UNB) kontaktiert werden

Buchtipps: Der Räuber aus dem Bruchwald von Kai Althoetmar


Mythologie:

Über den Experten: caroline.schoch

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