Einheimische – Art
Klasse: Säugetiere
Ordnung: Fledertiere
Familie: Mausohren
Art: Nymphenfledermaus
Beschreibung: Oberseite rötlichbraun. Unterseite etwas heller mit braunen Haarspitzen. Gesicht dunkel pigmentiert. Kurze Ohren mit starker Einkerbung. Jungtiere eher graubraun gefärbt. Kleinst europäische Bartfledermaus und kleinste europäische Myotis-Art. Ähnelt sehr der Wasserfledermaus, aber ist kleiner
Körpergröße: 3,8cm – 4,4cm
Flügelspannweite: 18cm – 21cm
Unterarmlänge: 3,1cm – 3,4cm
Gewicht: 3,5g – 6g
Herzfrequenz: Ca. 900 Schläge pro Minute
Körpertemperatur: 38°C – 40°C
Sinnesleistung:
Sehvermögen: Kleine Augen besitzen ein funktionstüchtiges Sehzentrum im Gehirn, mit dem sie Tag und Nacht unterscheiden können. Am Tag sieht sie gut im Nahbereich, in der Dämmerung weit besser als der Mensch. Nachts jedoch sieht sie nicht mehr als der Mensch. Sie ist farbenblind
Gehör: Nutzt hochfrequente Ultraschall-Echoortungsrufe. Die Rufe sind extrem kurz
Frequenz/Rufe: 48kHz – 65kHz „…“, Ruflänge 2ms – 4ms
Geruchsinn: Geruchssinn hilft, sich im Lebensraum zu orientieren und Beutetiere gezielt auszuwählen
Sonstiges: ….
Lebenserwartung: … Jahre
Lebensraum: Bergschluchten mit Bächen und Teichen, Auwälder, Laubbäume, Bergwälder und Hartholzauen
Sommerquartiere – Anriss an Bäumen
Winterquartier – Höhlen
Lebensweise: Stark spezialisierte Urwaldart
Fortbewegung: …
Jagd: Fliegt während der Abenddämmerung aus. Gejagt wird im …Flug entlang kleiner Bäche, in dichter Auwaldvegetation und in den Kronenbereichen von Laubbäumen. Flugstrecke ins Jagdgebiet ca. …km vom Quartier entfernt
Nahrung: Zweiflügler
Fortpflanzung: Nesthocker, werden meist in sogenannten Wochenstuben geboren. Diese Wochenstuben sind meist in Eichen
Paarungszeit: August – Oktober, dann 5 – 7 Monate Keimruhe
Balzverhalten: Männchen besetzen oft eigene Sitzplätze und verteidigen diese, um die Aufmerksamkeit der Weibchen zu gewinnen . Sie singen komplexe Strophen im Ultraschallbereich
Tragzeit: 50 – 60 Tage
Wurfzeit: Juni
Wurfgröße: 1 Jungtier
Anzahl der Würfe: 1 Wurf pro Jahr
Säugezeit: 4 – 5 Wochen
Selbstständig: 4 – 5 Wochen
Geschlechtsreife: 1 Jahr
Jungensterblichkeit: ….
Natürliche Feinde: Eulen, Greifvögel, Katzen, Marder
Abwehrverhalten: Werden sie in die Enge getrieben, stoßen die Tiere laute, zischende oder summende Laute aus und öffnen drohend ihr kleines Gebiss, um Feinde abzuschrecken
Krankheiten: Fledermausfliegen, Fledermaustollwut, Zecken
Schutzstatus:
– Bundesnaturschutzgesetz
– FFH Richtlinie – Anhang IV
Es ist verboten, Nymphenfledermäuse zu töten, zu verletzen, zu fangen oder zu stören sowie das Beschädigen oder Zerstören von Fortpflanzungs- und Ruhestätten. Es drohen bei Verstoß eine Geldstrafe von bis zu 50.000€ oder eine Freiheitsstrafe!
Im Bundesjagdgesetz (BJagdG): Nein
Funktion im Ökosystem: Mit ihrem breiten Beutespektrum, das unter anderem Waldschaben (Ectobius) und an Kleingewässern vorkommende Insekten umfasst , hilft sie dabei, Insektenpopulationen im Gleichgewicht zu halten. Sie ist ein hervorragender Bioindikator. Das Vorkommen der Nymphenfledermaus zeigt ein stabiles Ökosystem mit strukturreichen, alten Laubwäldern (oft 190 Jahre alte Eichen) und sauberen, totholzreichen Bachläufen an .Ökosystemvernetzung: Als Jäger, die stark an geschlossene Waldstrukturen und Wasserläufe gebunden sind, fördert und nutzt sie grüne Korridore, wodurch sie zur strukturellen Vernetzung von Lebensräumen beiträgt
Nymphenfledermäuse brauchen Hilfe, wenn …
– sie sichtbare Wunden, Blutspuren oder offensichtlich gebrochene Flügel haben
– sehr kleine, oft noch nackte oder blinde Tiere, die piepsen außerhalb des Verstecks gefunden werden
– sie tagsüber frei auf dem Boden krabbeln, stark flattern oder panisch im Hellen umherirren
– sie apathisch wirken, dehydriert sind oder sich in Gefahrenbereichen (z.B. auf Straßen, in Kellern) aufhalten
– sie von einer Katze gebracht oder verletzt wurde (selbst wenn keine Wunden sichtbar sind, ist eine Behandlung oft lebensnotwendig)
Wie helfe ich richtig?
– Nicht mit bloßen Händen anfassen. Fledermäuse können beißen, wenn sie Angst haben. Immer dicke Handschuhe (Gartenhandschuhe) oder ein Tuch benutzen
– Das Tier vorsichtig mit dem Tuch greifen.
– Sehr kleine Luftlöcher in den Karton stechen
– Fledermaus hinein setzen
– Ein Stück Stoff (z.B. ein altes T-Shirt) oder ein Tuch hinein, in das sich das Tier zurückziehen kann
– Wenn das Tier sehr schwach oder kalt wirkt, kann man eine Wärmflasche (körperwarm) eingewickelt in eine Socke neben das Tier in den Karton legen
– Karton an einen kühlen, dunklen und ruhigen Ort stellen
– Experten kontaktieren Fledermäuse sind Wildtiere und brauchen fachkundige Hilfe, besonders wenn sie verletzt sind oder es sich um ein Jungtier handelt
– Fledermauspflegestelle oder Wildtierstationkontaktieren
– Keine Nahrung geben, Fledermäuse sind Spezialisten. Falsches Futter (wie Milch) führt zum Tod
– Eine verletzte oder am Tag gefundene Fledermaus nicht einfach wieder fliegen lassen, sie wird wahrscheinlich nicht überleben
– Nicht in die pralle Sonne stellen
Was kann ich tun um Konflikte zu vermeiden?
– Nymphenfledermaus-Kolonien nutzen Baumhöhlen, Spalten und abstehende Rinde . Diese dürfen nicht verschlossen oder zerstört werden
– Werden an Gebäuden in Waldnähe Sanierungen durchgeführt, sollten diese außerhalb der Wochenstuben-Zeiten im Sommer stattfinden
Was kann ich tun um die Nymphenfledermaus zu unterstützen?
– Totholz stehen lassen, da sie als Wochenstubenquartiere gerne hinter abstehender Rinde und in Spalten von absterbenden Bäumen leben, ist Totholz essenziell
– Die Ufervegetation an Teichen sollte möglichst urig und unberührt bleiben
– Das Anpflanzen oder die Schonung von Eichen-Hainbuchenaltholzbeständen kommt der Art sehr zugute
– Flache Spaltenkästen (für waldbewohnende Arten) bieten zusätzliche Unterschlupfmöglichkeiten. Achten Sie auf die richtige Ausrichtung, damit die Kästen nicht in der prallen Sonne hängen
Buchtipps:
– Fledermaus ganz nah von Ingrid Kaipf
– Fledermäuse beobachten, erkennen und schützen von Kurt Richarz
Mythologie: …
