Einheimische – Art
Klasse: Säugetiere
Ordnung: Paarhufer
Familie: Hornträger
Art: Alpensteinbock
Beschreibung: Böcke im Sommer dunkelbraunes Fell, das der Weibchen rötlich bis goldbraun. Im Winter wird es bei beidern Geschlechter gräulich. Fell schützt vor Kälte, Regen, Schnee und Wind. Bock verfügt über ein imposantes, gebogenes Gehörn (bis zu 1m Länge), während die Geiß nur kurze, kaum gebogene Hörner hat. Böcke besitzen einen Ziegenbart.
Kopf-Rumpf-Länge: Ca. 127cm – 163cm
Schulterhöhe: 82cm – 95cm
Gewicht: 35kg – 130kg
Herzfrequenz: … Schläge pro Minute
Körpertemperatur: …°C
Sinnesleistung:
Sehvermögen: Sieht (äugt) sehr gut. Kann Bewegungen auf weite Distanzen im offenen Gelände hervorragend wahrnehmen
Gehör: Sehr gut ausgeprägt, um Geräusche im Fels schnell zu orten
Geruchsinn: Riecht (windet) gut, besitzt einen sehr guten Geruchssinn
Sonstiges: Kommunizieren durch ziegenartiges Meckern, kurzes Niesen (bei Erschrecken), Schnauben im Zorn, Jacobsonsches Organ
Lebenserwartung: Ca. 15 – 22 Jahre
Lebensraum: Alpinen Landschaft in Höhe zwischen der Wald- und Eisgrenze. Vor allem an besonnten, nach Süden bis Südwesten ausgerichteten Hängen bis in einer Höhe von 3.500m anzutreffen
Lebensweise: Herde setzt sich aus 10 – 20 Weibchen und Jungtieren zusammen. weniger stabile Junggesellenherden und ausgewachsener Böcke oder einzeln lebende alte Böcke kommen auch vor, Tagtaktiv
Fortbewegung: Kletterkünstler, erklimmen selbst die steilsten Felswände der Alpen, sehr Trittsicher an steinigen Hängen, auf schmalen Vorsprüngen oder in Felsspalten
Nahrung: Gräser, Kräuter, Rinde, Triebe, Knospen, Blätter, Polsterpflanzen, Flechten
Sonstiges: Wiederkäuer
Fortpflanzung: Nestflüchter, werden
Paarungszeit: Dezember – Januar
Tragzeit: 5 – 6 Monate
Wurfzeit: Mai- Juni
Wurfgröße: 1 – 2 Jungtiere
Anzahl der Würfe: 1 Wurf pro Jahr
Säugezeit: 1 Jahr
Selbstständig: 4 – 5 Wochen
Geschlechtsreife: Ca. 1 Jahr
Jungensterblichkeit: …
Natürliche Feinde: Braunbären, Wölfe, Luchse, gefährlich für Jungtire sind Steinadler, Füchse, Bartgeier
Abwehrverhalten: Flucht, Männchen nutzen ihre langen, nach hinten gebogenen Hörner, um sich aktiv zu verteidigen
Krankheiten: Infektiöse Keratokonjunktivitis (Gemsblindheit), Räude (Sarkoptes-Räude), Moderhinke (Klauenseuche), Bovine Tuberkulose, Brucellose, roter Magenwurm
Schutzstatus:
– Bundesnaturschtzgesetz – Besonders geschützt
– FFH-Richtlinie – Anhang IV
Es ist verboten Alpensteinböcke zu töten, zu fangen oder zu Verletzen. Auch der Besitz oder Handel mit Teilen des Tieres (z.B. Hörnern) ist verboten. Es drohen bei Verstoß 50.000€ Strafe oder bis zu 5 Jahre Freiheitsstrafe!
Im Bundesjagdgesetz (BJagdG): Ja, aber ganzjährige Schonzeit
Funktion im Ökosystem: Als spezialisierte Herbivoren ernähren sich Steinböcke von Gräsern, Kräutern, kleinen Sträuchern und Baumtrieben. Durch ihr Fressverhalten beeinflussen sie die Zusammensetzung der alpinen Vegetation. Durch den Verbiss von Sträuchern und jungen Bäumen tragen sie dazu bei, dass alpine Rasenflächen offen bleiben und nicht verbuschen. Obwohl ausgewachsene Steinböcke in ihren felsigen Rückzugsgebieten kaum natürliche Feinde haben, dienen Kitze gelegentlich dem Steinadler, Bartgeier oder seltener dem Fuchs als Nahrung. Steinböcke tragen zur Nährstoffverteilung in extremen Lagen bei, indem sie Insekten und Mikroorganismen durch ihren Kot und verendete Tiere (Kadaver, Knochen) Nahrung bieten. Die Wiederansiedlung und das Vorkommen des Steinbocks sind ein Zeichen für funktionierende Schutzmaßnahmen und ein intaktes, wenngleich extremes Ökosystem
Alpensteinböcke brauchen Hilfe, wenn …
– sie offensichtlich verletztt sind (z. B. Steinschlag oder Lawinen) oder Tiere mit Symptomen von Krankheiten (z. B. Gamsblindheit) gesichtet werden
– ein sehr junges Steinbockkitz über längere Zeit allein und verlassen wirkt
Wie helfe ich richtig?
– Dem Tier nicht nähern, um Stress zu vermeiden. Aus sicherer Entfernung beobachten
– Ist das Tier wirklich hilfebedürftig (verletzt, abgemagert, …)? Ein ruhig daliegendes Tier im Schnee ist nicht zwangsläufig in Not, sondern spart Energie
– Fachleute informieren (WICHTIG) Keinesfalls versuchen, das Tier selbst einzufangen oder zu transportieren. Umgehend den örtlichen Wildhüter, die Polizei oder den örtlichen Tierschutzverein kontaktieren.
– Standort mitteilen (GPS-Daten, markante Punkte) exakt an die Behörden weitergeben
– Tier nicht füttern Füttern
Was kann ich tun um Konflikte zu vermeiden?
– Respektvollen Abstand von mindestens 30m – 50m, besonders während der Paarungszeit im Winter oder bei Muttertieren mit Kitzen halten
– Nicht füttern
– Laute Geräusche und hektische Bewegungen vermeiden
– Auf den markierten Wanderwegen bleiben, um die Tiere in ihren Rückzugsgebieten, insbesondere in den steilen Felsregionen, nicht zu stören
– Hunde im Lebensraum von Steinböcken unbedingt an der Leine führen, um Stress für das Wild zu vermeiden
– Nicht versuchen die Tiere für Fotos zu umzingeln oder zu verfolgen
Was kann ich tun um den Alpensteinbock zu unterstützen?
– Sichtungen, können dem LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) gemeldet werden, um beim Monitoring zu helfen
– Schutz der alpinen Naturlandschaft fördern, indem man keinen Müll hinterlässt und die Umgebung respektieret
Buchtipps: …
Mythologie: …
