Einheimische – Art
Klasse: Säugetiere
Ordnung: Nagetiere
Familie: Bilche
Art: Baumschläfer
Beschreibung: Oberseite rotbraun, gelblich braun, grau, graubraun oder hellbraun. Unterseite graugelb farblich scharf von Oberseite abgesetzt. Buschiger, grauer Schwanz. Schwarze Zorromaske. Mittelgroßen Augen. Alle Füße haben sechs Sohlenballen
Kopf-Rumpf-Länge: 8cm – 12cm
Schwanzlänge: 7cm – 12cm
Gewicht: 15g – 60g
Herzfrequenz: 400 – 800 Schläge pro Minute
Körpertemperatur: 36°C – 38°C
Sinnesleistung:
Sehvermögen: Gutes Dämmerungs- und Nachtsehen
Gehör: Sehr fein
Geruchsinn: Sehr fein
Sonstiges: Lange Schnurrhaare (Vibrissen) im Gesicht und Tasthügel im Gesicht und am Kinn, Jacobsonsches Organ
Lebenserwartung: Ca. 2 – 6 Jahre
Lebensraum: Fichten-, Tannen-, Misch- oder Laubwälder mit lückigem Kronendach und reichem Unterholz, gerne feuchte Habitate, wie bachbegleitende Gehölze (Grauerlen, Traubenkirschen) oder Waldmoore, in Almhütten, Gärten, Obstplantagen, bis in einer Höhe von 600m – 1.600m anzutreffen
Lebensweise: Einzelgänger, Dämmerungs- und Nachtaktiv, hält Winterschlaf von Oktober bis April,
nutzt Baumhöhlen, Nistkästen oder baut Nester, sehr kommunikativ, äußert leise, melodische Töne oder schnalzende/pfeifende Laute bei Gefahr
Fortbewegung: Exzellenter Kletterer
Nahrung: Insekten, Käfer, Larven, Schnecken, Vogeleier, Knospen, Blätter, ölhaltige Samen, Beeren, Spinnen, Eicheln, Obst, kleine Wirbeltiere
Sonstiges: Hat keinen Blinddarm
Fortpflanzung: Nesthocker, werden meist in geschützten Nestern, die sich in Baumhöhlen, Nistkästen oder als freistehende Kugelnester in dichter Vegetation befinden geboren
Paarungszeit: April – Juni
Tragzeit: Ca. 24 Tage
Wurfzeit: Juni – Juli
Wurfgröße: 2 – 6 Jungtiere
Anzahl der Würfe: 1 – 3 Würfe pro Jahr
Säugezeit: Ca. 3 Wochen
Selbstständig: 4 – 5 Wochen
Geschlechtsreife: Ca. 1 Jahr
Jungensterblichkeit: …
Natürliche Feinde: Greifvögel, Marder, Ratten, Katzen, Uhus, Eulen
Abwehrverhalten: Klettert flink ins Geäst, kann aus der Baumkrone gezielt in dichteres Unterholz springen, äußert bei Beunruhigung lange, pfeifende, schnalzende oder knurrende Laute
Krankheiten: …
Schutzstatus:
– Bundesnaturschutzgesetz – Streng geschützt
– Berner Konvention – Anhang III
– FFH-Richtlinie – Anhang IV
Es ist verboten Baumschläfer zu fangen, zu verletzen, zu töten, Fortpflanzungs- und Ruhestätten (Nester, Baumhöhlen) zu beschädigen oder zu zerstören, besonders während der Fortpflanzungs-, Aufzucht- und Überwinterungszeit (Winterruhe in Erdhöhlen) zu stören. Es drohen bei Verstoß 50.000€-100.000€ Strafe oder bis zu 5 Jahre Freiheitsstrafe!
Im Bundesjagdgesetz (BJagdG): Nein
Funktion im Ökosystem: Tragen zur Kontrolle von wirbellosen Tieren bei. Potenzieller Verbreiter von Pflanzensamen. Nahrung für Fressfeinde. Vorkommen gilt als Anzeiger für artenreiche Mischwälder mit hohem Strukturreichtum, dichten Unterholz und ausreichend Baumhöhle
Gartenschläfer brauchen Hilfe, wenn …
– sie verletzt sind (sichtbare Wunden, apathisches Verhalten, Husten, Niesen, …)
– man einzelne, pfeifende Jungtiere ohne Mutter (besonders Juni – Oktober) findet
– Gartenschläfer zwischen Oktober und April wach sind
– sie in nicht abgedeckte Wasserbecken gefallen sind
– die Katzen ihn mitbringt
Wie helfe ich richtig?
– Handschuhe anziehen (Eigenschutz)
– Karton mit Luftlöcher versehen und mit Handtuch auslegen
– Wärmflasche (Körperwarm) in ein Handtuch wickeln und diese in den Karton legen
– Gartenschläfer vorsichtig in den Karton setzen
– Bitte KEIN Futter anbieten!!!
– Wasser darf in einer flachen Schale angeboten werden, bitte KEIN Wasser in den Gartenschläfer eingeben!!!
– Keine Medikamentengabe, auch kein Flohmittel!!!
– Wildtierpflegestelle, Tierpark/Zoo, wildtierkundigen Tierarzt kontaktieren und Gartenschläfer dort abegeben
– Nach der Abgabe an fachkundige Stelle, Hände gut waschen und desinfizieren (Eigenschutz)
Was kann ich tun um Konflikte zu vermeiden?
– …
Was kann ich tun um den Siebenschläfer zu unterstützen?
– Strukturreicher Garten mit einheimischen Sträuchern (Beerenobst)
– Laub- und Steinhaufen anlegen
– Speziellen Schlafmauskästen aus Holzanbringen
– Regentonnen abdecken, Wasserfallrohre mit Gittern sichern und Ausstiegshilfen in Gartenteichen platzieren
– Verzicht auf Rattengift (Rodentizide) und Insektizide
– Gartenschläfer fressen gerne Nüsse, Sonnenblumenkerne und reifes Obst
Buchtipps: …
Mythologie: …
