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Si St

Sikawild – Cervus nippon

Neozoen-Art
Invasive-Art


Klasse: Säugetiere
Ordnung: Paarhufer
Familie: Hirsche
Art: Sikawild

Geschichte: Das Sikawild stammt ursprünglich aus Ostasien. Sein natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Ostchina über das Ussuri-Gebiet in Ostrussland, Korea und Vietnam bis nach Taiwan und Japan. Im späten 19. Jahrhundert wurden die Tiere wegen ihrer Eignung als Jagdwild nach Europa und Deutschland gebracht. Heute gibt es freilebende Populationen in Europa, Neuseeland und Nordamerika, die meist auf aus Gehegen entflohene Tiere zurückgehen

Mythologie:

Buchtipps:

Beschreibung: Sommerfell rotbraun mit zahlreichen weiße Flecken in 7 – 8 Längsreihen angeordnet. Winterfell blassere Flecken, die Hirsche bildet bei beiden Geschlechtern eine dichte Halsmähne aus, wobei der Kopf etwas heller ist als die Mähne und der übrige Körper. Schwanz (Spiegel) weißlich, von dunkleren Haaren umrahmt, in der Mitte verläuft ein dunkler Strich
Kopf-Rumpf-Länge: 95cm – 140cm
Schulterhöhe: 64cm – 100cm
Gewicht: Ca. 80kg
Herzfrequenz: 50 – 80 Schläge pro Minute
Körpertemperatur: 38,5°C – 39,5°C

Sinnesleistung:
Sehvermögen: Breites Sichtfeld, Bewegungsseher
Gehör: Sehr fein, auf weite Distanz
Geruchsinn: Extrem fein über weite Distanz
Geschmackssinn: Weniger wählerischen Geschmackssinn als andere Hirsche
Sonstiges: Besitzen auffällige Duftdrüsen an den Hinterläufen (Metatarsalorgane), Jacobsonsches Organ
Lautäußerungen: Bis zu zehn verschiedene Laute bekannt. Männchen zeigen ein lautes Pfeifen mit Brummen in der Brunft, Weibchen nutzen einen weichen, pfeifenden Ton, Kälber geben ein blökendes Geräusch von sich

Lebenserwartung: Bis zu 15 Jahre
Lebensraum: Dichte, unterholzreiche Laub- und Mischwälder, Feuchtgebiete
Nest: Sikawild baut keine Nester. Es ruht oder schläft frei auf dem Boden
Lebensweise: Mutterfamilien von 2 – 10, selten 50 Tieren, Männchen einzelgängerisch, dämmerungs- und nachtaktiv

Fortbewegung: Bis zu 50km/h schnell, sehr guter Schwimmer
Nahrung: Gräser, Kräuter, Knospen, junge Triebe, Eicheln, Bucheckern, Beeren, Kastanien, Rinde, Schilf, Binsen, Zwergsträucher, Blätter, Feldfrüchte, Seetang
Kot: Einzelne, längliche Kotpillen (zylindrisch bis oval), oft an einem Ende leicht zugespitzt oder mit einer kleinen Delle. Etwa 1,5cm – 2cm lang. Frischer Kot ist dunkelbraun bis schwarz. Älterer Kot wird hellbraun bis graulich. Die Losung liegt meist in kleinen Haufen oder verstreut dort, wo die Tiere gefressen oder geruht haben

Fortpflanzung: Nestflüchter, werden meist in deckungsreichen Wäldern geboren, oft in Bereichen mit dichtem Unterholz, die Schutz und Ruhe bieten
Paarungszeit: September – November
Balzverhalten:Suchende Hirsche pfeifen laut und durchdringend (drei- bis viermal nacheinander), während der dominante Platzhirsch meist stummer bleibt. Der Platzhirsch sammelt ein Kahlwildrudel um sich und verteidigt sein Revier. Harte Rangkämpfe unter Nebenbuhlern kommen vor, sind aber seltener als beim Rotwild
Tragzeit: Ca. 30 Wochen
Wurfzeit: Mai – Juli
Wurfgröße: 1 – 2 Jungtiere
Anzahl der Würfe: 1 Wurf pro Jahr
Säugezeit: 3 – 4 Monate
Selbstständig: Ca. 2 Jahre
Geschlechtsreife: 15 – 18 Monate
Jungensterblichkeit:
Sonstiges: Hybridisierung mit Rotwild möglich

Natürliche Feinde: Luchse, Wölfe
Abwehrverhalten: Flüchten, springen dabei oft ins Wasser, geben schrillen Pfeifton von sich, der die Umgebung warnt
Krankheiten: Chronische Auszehrungskrankheit (CWD), Corynebacterium pseudotuberculosis, Kokzidien, Lungenwürmer, Maul- und Klauenseuche , Schweinepest, Tollwut

Schutzstatus:
Keiner, da invasive Art
Im Bundesjagdgesetz (BJagdG): Ja

Funktion im Ökosystem: Durch hohen Verbiss und Schälung können sie junge Bäume schädigen, was die Waldverjüngung beeinträchtigt. Da sie ähnliche Ressourcen wie das heimische Rotwild nutzen, treten sie in Konkurrenz zu diesem. In einigen Regionen, wie Teilen des Arnsberger Waldes, haben sie sich stark ausgebreitet. Ein wesentliches ökologisches Risiko ist die genetische Vermischung (Hybridisierung) mit dem Rotwild. Da die Gene kompatibel sind, können Mischlinge entstehen, was die genetische Integrität des heimischen Rotwildes gefährdet. Aufgrund dieser Risiken für die heimische Flora und Fauna stuft das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die EU den Sikahirsch als potenziell invasive Art ein. Es gibt EU-weit Bemühungen, ihre Ausbreitung zu begrenzen und Bestände zu reduzieren

Sikawild braucht Hilfe wenn, …
– ein Kalb, über längere Zeitraum (mehrere Stunden bis zu einem Tag) allein umherläuft und laut pfeift/blökt
– sie lahmen, hängende Läufe oder Anzeichen von Verletzungen oder sichtbare Wunden haben (z. B. durch Verkehrsunfälle)
– eine Apathie, starker Gewichtsverlust, starker Haarverlust oder ein torkelnder Gang auffällt
– es in Zäunen feststecken oder in einen Schacht gestürzt ist

Wie helfe ich richtig?
– Das Tier nicht stressen oder in die Enge treiben
– Nicht sofort anfassen
Eine Weile beobachten, ob das Tier wirklich Hilfe benötigt
– Bei verletzten oder verwaisten Tieren sofort den zuständigen Jagdpächter, Förster oder die Polizei informieren

Was kann ich tun um Konflikte zu vermeiden?
– Nicht füttern



Über den Experten: caroline.schoch

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