Einheimische – Art
Klasse: Säugetiere
Ordnung: Paarhufer
Familie: Hirsche
Art: Rothirsch (König des Waldes, Rotwild)
Beschreibung: Sommerfell rotbraun. September bis Oktober wechselt die Mehrzahl der Tiere zu einem graugelben bis graubraunen Winterfell. Kälber tragen ein hellgeflecktes Tarnkleid. Breite Brust. Langer, schlanker Hals. Nach vorn verschmälerter Kopf
Kopf-Rumpf-Länge: 165cm – 205cm
Schulterhöhe: 95cm – 150cm
Schwanz: 14cm – 16cm
Gewicht: 70kg – 160kg
Herzfrequenz: 30 – 80 Schläge pro Minute
Körpertemperatur: …°C
Sinnesleistung:
Sehvermögen: Ovalen Pupillen, reagiert extrem sensibel auf Bewegungen
Gehör: Ohren (Lauscher) können unabhängig voneinander bewegt werden, was präzise Ortung der Geräuschquelle (Richtung und Entfernung) ermöglicht, ungewöhnliche Geräusche werden auf große Entfernungen wahrgenommen
Geruchsinn: Makrosmatiker – Großteil seiner Nasenschleimhaut ist mit Riechepithel bedeckt, Menschliche Witterung kann er auf mehrere hundert Meter Entfernung wahrnehmen, zieht oft gegen den Wind, um herannahende Gefahren zu wittern
Sonstiges: Jacobsonsches Organ
Lebenserwartung: Ca. 10 – 18 Jahre
Lebensraum: Weitläufige Wälder, Waldränder, Lichtungen und angrenzende Wiesen oder Alpweiden
Lebensweise: Hirschkühe und ihre Kälber sowie die Jungtiere des Vorjahres (Spießer und Schmaltiere) im Kahlwildrudel, Hirsche einzelgängerisch, Dämmerungsaktiv, hält keinen Winterschlaf in diesem Sinne, sonder „verborgenen Winterschlaf“ oder drastische Winterruhe, um Energie zu sparen. Er reduziert den Stoffwechsel, die Herzfrequenz (um ca. 60%) und die Körpertemperatur. Standorttreu
Fortbewegung: Schreitend (ziehend), weitausgreifender, kräfteschonender Trab, galoppieren auf der Flucht, geschickter Kletterer in steilem Gelände, guter Schwimmer, bis zu 70km/h schnell
Nahrung: Wildgräser und –kräuter, Knospen, Triebe, Blätter, Eicheln, Bucheckern, Kastanien, Baumrinde, Hafer, Mais, Kartoffeln, Möhren, Sträucher, Beeren, Obst, Pilze, Moos, Flechten, Heidekräuter, gemeine Esche, Feldahorn, Mehlbeere, Salweide, Vogelwicke, Wald-Sternmiere, Ohrweide
Sonsiges: Braucht 5kg – 8kg Grünfutter am Tag, Wiederkäuer(vierkammerigen Magen – Labmagen, Netzmagen, Pansen, Blättermagen)
Fortpflanzung: Nesthocker, werden meist in geschützten Bereichen innerhalb von Wäldern oder auf Lichtungen geboren. Die Hirschkkuh wählt dafür ruhige, versteckte Orte im sogenannten Setzrevier
Paarungszeit: September – Oktober
Tragzeit: 236 – 240 Tage
Wurfzeit: Mai – Juni
Wurfgröße: 1 – 2 Jungtiere
Anzahl der Würfe: 1 Wurf pro Jahr
Säugezeit: 6 – 10 Monate
Selbstständig: 2 Jahre
Geschlechtsreife: Ca. 12 Monaten
Sonstiges: Hybridisierung mit Sikawild möglich, verliert ein Kalb im ersten Lebensjahr seine Mutter, zum Beispiel durch Jagd, verkümmert es und wird aus dem Rudel verstoßen, manchmal schließen sich die Waisen zu einem eigenen Rudel zusammen
Natürliche Feinde: Wölfe, Braunbären, Luchse, gefährlich für die Kälber sind, Steinadler, Uhus
Abwehrverhalten: Flüchten bei Gefahr oft über weite Distanzen bis zu 300m. In bedrängten Situationen können sich Rothirsche durch gezielte Vorderlaufschläge verteidigen. Während der Brunft dient das Geweih primär zum Kampf gegen Nebenbuhler, es kann jedoch auch zur Abwehr von Feinden wie Wölfen eingesetzt werden. Muttertiere (Alttiere) verteidigen ihre Kälber sehr energisch
Krankheiten: Tuberkulose (TB), Paratuberkulose, Chronic Wasting Disease (CWD) ähnlich wie BSE, Schmallenberg-Virus, Leberegel, Borreliose, Tollwut, Maul- und Klauenseuche, Kreuzlähme, Milzbrand, Aktinomykose, Saug-, Band- und Lungenwürmer, Dasselfliegen, Zecken, Hirschläuse, Rachenbremsen
Schutzstatus:
Keiner
Im Bundesjagdgesetz (BJagdG): Ja
Funktion im Ökosystem: Rothirsche tragen durch ihr Fressverhalten maßgeblich zur Offenhaltung von Landschaften bei. Auf Truppenübungsplätzen oder Almen verhindern sie die Verbuschung und bewahren Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten. Die Tiere fördern die Artenvielfalt, indem sie Pflanzensamen über weite Strecken im Fell (Epizoochorie) oder über den Kot (Endozoochorie) transportieren. Beim Äsen und Laufen lockern Rothirsche den Boden auf, was das Keimen von Samen erleichtert, Nahrungsquelle für ihren natürliche Feinde
Rothirsche brauchen Hilfe, wenn …
– sie verletzt sind
– sie kranken erscheinen
– sie sich in Zäunen verfangenen haben
Wie helfe ich richtig?
– Nähern Sie sich dem Tier nicht. Stress kann für das Wildtier tödlich sein
– Vermeiden Sie laute Geräusche und hektische Bewegungen
– Kontaktieren Sie umgehend den zuständigen Jagdpächter, Förster oder die Polizei. Diese sind für das Wildmanagement verantwortlich und können professionelle Hilfe leisten
– Geben Sie den Fundort so präzise wie möglich an (Koordinaten, markante Geländepunkte)
– Wenn möglich und gefahrlos, sichern Sie die Unfallstelle ab, falls das Tier auf einer Straße liegt
Was kann ich tun um Konflikte zu vermeiden?
– Abstand halten
– Auf den Wegen bleiben, um die Tiere nicht unnötig zu stören
– Hunde im Wald anleinen
– Nicht anfassen
– Kalb nicht mitnehemen, es ist oft nicht verlassen, sondern vom Muttertier (Alttier) abgelegt worden
Was kann ich tun um den Rothirsch zu unterstützen?
– Spenden an lokale Auffangstationen, die verletzte oder verwaiste Tiere pflegen
– Naturnahe Waldwirtschaft fördern
– Der Tierpark Thale bietet eine Tierpatenschaft (200€/Jahr) für Rotwild an. Mit diesen Geldern werden anteilig Kosten für die Haltung und Modernisierung der Gehege investiert.
https://www.bodetal.de/fileadmin/user_upload/Bilder/Tierpark_Hexentanzplatz/Tierpatenflyer_April_2026.pdf
– „Harzdachs TV“ auf Youtube abonieren und neue Dinge lernen, wie hier zum Beispiel über das Rotwild
https://www.youtube.com/watch?v=arCQ1LC5BSA
Buchtipps:
– Das Rotwild von Ferdinand von Raesfeld
Mythologie: …
