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Rotwild – Cervus elaphus

Einheimische – Art

Klasse: Säugetiere
Ordnung: Paarhufer
Familie: Hirsche
Art: Rotwild (König des Waldes)

Geschichte: Das Rotwild stammt ursprünglich aus den waldarmen Kältesteppen und warmen Regionen Südasiens sowie Mittelasiens. Vor etwa 400.000 Jahren entwickelten sich dort die direkten Vorfahren der Gattung Cervus, von wo aus sie nach Europa und später über eine Landbrücke nach Nordamerika vordrangen

Mythologie:


Buchtipps:
– …

Beschreibung: Sommerfell rotbraun. September bis Oktober wechselt die Mehrzahl der Tiere zu einem graugelben bis graubraunen Winterfell. Kälber tragen ein hellgeflecktes Tarnkleid. Breite Brust. Langer, schlanker Hals. Nach vorn verschmälerter Kopf
Kopf-Rumpf-Länge: 165cm – 205cm
Schulterhöhe: 95cm – 150cm
Gewicht: 70kg – 160kg
Herzfrequenz: 30 – 80 Schläge pro Minute
Körpertemperatur: 38°C – 39°C

Sinnesleistung:
Sehvermögen: Ovalen Pupillen, reagiert extrem sensibel auf Bewegungen
Gehör: Ohren (Lauscher) können unabhängig voneinander bewegt werden, was präzise Ortung der Geräuschquelle (Richtung und Entfernung) ermöglicht, ungewöhnliche Geräusche werden auf große Entfernungen wahrgenommen
Geruchsinn: Makrosmatiker – Großteil seiner Nasenschleimhaut ist mit Riechepithel bedeckt, Menschliche Witterung kann er auf mehrere hundert Meter Entfernung wahrnehmen, zieht oft gegen den Wind, um herannahende Gefahren zu wittern
Geschmackssinn: Nur schwach erforscht; vermutlich mäßig ausgeprägt, da kaum Selektion nach feinen Geschmacksnuancen bei der täglichen Äsung stattfindet
Sonstiges: Jacobsonsches Organ
Lautäußerungen: Röhren oder Knören (kraftvoller Paarungsruf der männlichen Hirsche), Schrecken, ein lauter, bellender Schreckruf (bei Gefahr oder Störungen), Mahnen (leiserer Ruf des Muttertiers, um das Kälbchen zu rufen oder zu führen),
Klagen, lautestes Stöhnen oder Schreien (von jungen Kälbern bei Schmerz oder Verlust)

Lebenserwartung: Bis zu 18 Jahre
Lebensraum: Weitläufige Wälder, Waldränder, Lichtungen und angrenzende Wiesen oder Alpweiden
Nest:Rotwild baut kein Nest. Sienutzen keine festen Behausungen oder Nester, sondern ruhen tagsüber an geschützten, offenen Liegeplätzen im Wald, die als „Lager“ bezeichnet werden
Lebensweise: Hirschkühe und ihre Kälber sowie die Jungtiere des Vorjahres (Spießer und Schmaltiere) im Kahlwildrudel, Hirsche einzelgängerisch, dämmerungsaktiv, hält keinen Winterschlaf in diesem Sinne, sonder „verborgenen Winterschlaf“ oder drastische Winterruhe, um Energie zu sparen. Er reduziert den Stoffwechsel, die Herzfrequenz (um ca. 60%) und die Körpertemperatur. Standorttreu

Fortbewegung: Schreitend (ziehend), weitausgreifender, kräfteschonender Trab, galoppieren auf der Flucht, geschickter Kletterer in steilem Gelände, guter Schwimmer, bis zu 70km/h schnell
Nahrung: Baumrinde, Beeren,Blätter, Bucheckern, Eicheln, Feldahorn, Flechten, gemeine Esche, Hafer, Heidekräuter, Kartoffeln, Kastanien, Knospen, Mais, Mehlbeere, Möhren, Moos, Obst, Ohrweide, Pilze, Sträucher, Salweide, Triebe, Vogelwicke, Wald-Sternmiere, Wildgräser und –kräuter
Sonsiges: Braucht 5kg – 8kg Grünfutter am Tag, Wiederkäuer (vierkammerigen Magen – Labmagen, Netzmagen, Pansen, Blättermagen)
Kot: Einzelne, kleine Ovale oder Zylinder (Pillen). Je nach Alter etwa 1,5cm – 2,5cm lang. Dunkelbraun bis schwarz. Im Winter fest und trocken; im Sommer durch saftige Nahrung oft weicher, breiiger oder zu Klumpen verklebt

Fortpflanzung: Nesthocker, werden meist in geschützten Bereichen innerhalb von Wäldern oder auf Lichtungen geboren. Die Hirschkkuh wählt dafür ruhige, versteckte Orte im sogenannten Setzrevier
Paarungszeit: September – Oktober
Balzverhalten: Tiefe Laute der Hirsche zur Reviermarkierung und Einschüchterung von Rivalen. Der stärkste Hirsch verteidigt sein Harem (Kahlwildrudel) gegen Konkurrenten. Heftige Geweihduelle kommen vor, um die Dominanz im Revier zu klären. Der Hirsch treibt die weiblichen Tiere zusammen und achtet darauf, dass keine entkommt
Tragzeit: 236 – 240 Tage
Wurfzeit: Mai – Juni
Wurfgröße: 1 – 2 Jungtiere
Anzahl der Würfe: 1 Wurf pro Jahr
Säugezeit: 6 – 10 Monate
Selbstständig: Ca. 2 Jahre
Geschlechtsreife: Ca. 12 Monaten
Sonstiges: Hybridisierung mit Sikawild möglich, verliert ein Kalb im ersten Lebensjahr seine Mutter, zum Beispiel durch Jagd, verkümmert es und wird aus dem Rudel verstoßen, manchmal schließen sich die Waisen zu einem eigenen Rudel zusammen

Natürliche Feinde: Braunbären, gefährlich für die Kälber sind, Luchse, Steinadler, Uhus, Wölfe
Abwehrverhalten: Flüchten bei Gefahr oft über weite Distanzen bis zu 300m. In bedrängten Situationen kann sich Rotwild durch gezielte Vorderlaufschläge verteidigen. Während der Brunft dient das Geweih primär zum Kampf gegen Nebenbuhler, es kann jedoch auch zur Abwehr von Feinden wie Wölfen eingesetzt werden. Muttertiere (Alttiere) verteidigen ihre Kälber ehr energisch
Krankheiten: Aktinomykose, Borreliose, Chronic Wasting Disease (CWD) ähnlich wie BSE, Dasselfliegen, Hirschläuse, Kreuzlähme, Leberegel, Maul- und Klauenseuche, Milzbrand, Paratuberkulose, Rachenbremsen, Saug-, Band- und Lungenwürmer, Schmallenberg-Virus, Tollwut, Tuberkulose (TB), Zecken
Schutzstatus:
Keiner
Im Bundesjagdgesetz (BJagdG): Ja

Funktion im Ökosystem: Rotwild träget durch sein Fressverhalten maßgeblich zur Offenhaltung von Landschaften bei. Auf Truppenübungsplätzen oder Almen verhindern sie die Verbuschung und bewahren Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten. Die Tiere fördern die Artenvielfalt, indem sie Pflanzensamen über weite Strecken im Fell (Epizoochorie) oder über den Kot (Endozoochorie) transportieren. Beim Äsen und Laufen lockern Rothirsche den Boden auf, was das Keimen von Samen erleichtert, Nahrungsquelle für ihren natürliche Feinde

Rotwild braucht Hilfe, wenn …
– es verletzt ist
– es krank erscheint
– es sich in Zäunen verfangenen hat

Wie helfe ich richtig?
– Nähern Sie sich dem Tier nicht. Stress kann für das Wildtier tödlich sein
– Vermeiden Sie laute Geräusche und hektische Bewegungen
– Kontaktieren Sie umgehend den zuständigen Jagdpächter, Förster oder die Polizei. Diese sind für das Wildmanagement verantwortlich und können professionelle Hilfe leisten
– Geben Sie den Fundort so präzise wie möglich an (Koordinaten, markante Geländepunkte)
– Wenn möglich und gefahrlos, sichern Sie die Unfallstelle ab, falls das Tier auf einer Straße liegt

Was kann ich tun um Konflikte zu vermeiden?
– Abstand halten
– Auf den Wegen bleiben, um die Tiere nicht unnötig zu stören
– Hunde im Wald anleinen
– Nicht anfassen
– Kalb nicht mitnehemen, es ist oft nicht verlassen, sondern vom Muttertier (Alttier) abgelegt worden

Was kann ich tun um Rotwild zu unterstützen?
– Spenden an lokale Auffangstationen, die verletzte oder verwaiste Tiere pflegen
– Naturnahe Waldwirtschaft fördern
– Der Tierpark Thale bietet eine Tierpatenschaft (200€/Jahr) für Rotwild an. Mit diesen Geldern werden anteilig Kosten für die Haltung und Modernisierung der Gehege investiert.
https://www.bodetal.de/fileadmin/user_upload/Bilder/Tierpark_Hexentanzplatz/Tierpatenflyer_April_2026.pdf
– „Harzdachs TV“ auf Youtube abonieren und neue Dinge lernen, wie hier zum Beispiel über das Rotwild
https://www.youtube.com/watch?v=arCQ1LC5BSA




Über den Experten: caroline.schoch

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