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Steinmarder – Martens foina

Einheimische – Art

Klasse: Säugetiere
Ordnung: Raubtiere
Familie: Marder
Art: Steinmarder (Hausmarder)

Beschreibung: Fell graubraun und grau,. Langgestreckter, schlanker Rumpf. Relativ kurzen Gliedmaßen. Schwanz lang und buschig. Kehlfleck weiß und gegabelt. Fleischfarbene Nase. Unbehaarten Fußsohlen. Kleine Ohren
Kopf-Rumpf-Länge: 37cm – 52cm
Schwanzlänge: 23 – 32cm
Gewicht: 700g – 2.000g
Herzfrequenz: 100 Schläge pro Minute
Körpertemperatur: 37°C – 39°C

Sinnesleistung:
Sehvermögen: Scharfe Augen, reagiert besonders auf Bewegungen, Farbsicht nicht so differenziert
Gehör: Sehr fein entwickelt
Geruchsinn: Exzellent ausgebildet, kann Beute selbst unter einer dicken Schneeschicht aufspüren
Sonstiges: Lange Tasthaare (Vibrissen) an Nase und Oberlippe, nutzt zur Reviermarkierung und Kommunikation Analduftdrüsen, Urin sowie Sekrete an den Hinterfußsohlen

Lebenserwartung: Ca. 7 – 10 Jahre
Lebensraum: Offenes, busch- oder baumbestandenes, felsiges Gelände, strukturreiche Agrar-und Felslandschaften, Steinbrüche Felsspalten, Steinhaufen, verlassene Baue, Parkanlagen, Scheunen, Ställe, Gärten, Dachböden, Heckendickichte, Reisighaufen, Holzstapel, in bis zu 4.000m Höhe anzutreffen
Lebensweise: Einzelgänger oder Mütter mit Jungtieren, Dämmerungs- und Nachtaktiv, territorial

Fortbewegung: Geschickter Kletterer, springt bis zu 3m weit
Nahrung: Früchte, Beeren, Kleinsäuger, Vögel, Frösche, Wirbellose, Insekten, Aas, Wühl- und Spitzmäuse, Ratten, kleine Kaninchen, Nüsse, Reptilien, Amphibien, Eichhörnchen, Vogeleier, Schnecken, Obst, Hühner, Tauben, junge Enten

Fortpflanzung: Nesthocker, werden meist in trockenen, sicheren Unterschlupfen wie Hohlräume in Steinbrüchen, Holzstöße, Felsspalten oder eben menschlichen Bauwerken geboren
Paarungszeit: Juni – August dann Keimruhe bis Januar – Februar (Ranzzeit)
Tragzeit: 44 – 60 Tage
Wurfzeit: März – April
Wurfgröße: 2 – 5 Jungtiere
Anzahl der Würfe: 1 Wurf pro Jahr
Säugezeit: Ca. 8 Wochen
Selbstständig: 8 – 10 Wochen
Geschlechtsreife: 15 – 27 Monate
Sonstiges: Bei Störung am Nestplatz trägt Mutter ihre Jungen am Nacken (Tragestarre) in einen anderen Unterschlupf

Natürliche Feinde: Greifvögel, Eulen, Füchse, Wölfe, Luchse, Dachse, Katzen, Hunde, Uhus
Abwehrverhalten: Fauchen, knurren, flüchten, keckern
Krankheiten: Tollwut, Staupe, Aujeszkysche Krankheit (Pseudotollwut), Leptospirose, Flöhe, Milben, Nematoden, Fuchsbandwurm, Bandwürmer (Cestoda), Saugwürmer (Trematoda), Zecken

Schutzstatus:
Berner Konvention – Anhang III
Im Bundesjagdgesetz (BJagdG): Ja, außer Fähen mit Jungtieren (Elterntierschutz)

Funktion im Ökosystem: Als Beutegreifer ernährt sich der Steinmarder hauptsächlich von Mäusen, Ratten und anderen Kleinnagern. Er trägt dazu bei, deren Populationen zu kontrollieren und Überpopulationen zu verhindern. Wie viele Prädatoren erbeutet der Steinmarder bevorzugt kranke oder reaktionsschwache Tiere. Dies fördert die Gesundheit der Beutepopulationen und selektiert auf starke, anpassungsfähige Tiere. Der Steinmarder ist nicht nur Jäger, sondern auch Beutetier, zum Beispiel für größere Greifvögel. Er dient als Nahrungsgrundlage und ist ein wichtiges Glied in komplexen Nahrungsnetzen. Da Steinmarder Allesfresser sind, ernähren sie sich im Sommer und Herbst auch von Früchten und Beeren. Durch das Ausscheiden der Samen tragen sie zur Verbreitung von Pflanzenarten bei. Steinmarder haben sich exzellent an den Menschen angepasst und besiedeln Städte und Dörfer. Als Kulturfolger nutzen sie Gebäude als Lebensraum, müssen aber aufgrund ihrer Scheu kaum direkte Eingriffe durch den Menschen in ihren natürlichen Lebensweisen befürchten

Steinmarder brauchen Hilfe, wenn …
– sie offensichtlich verletzt (z.B. nach einem Autounfall), krank oder geschwächt sind
– Jungtiere gefunden werden, deren Mutter nachweislich nicht zurückkehrt (besonders in der Aufzuchtzeit von März -August)
– sich ein Marder in Lebendfallen, Kanalschächten oder Ähnlichem verfangen hat

Wie helfe ich richtig?
– Dicke Handschuhe tragen oder eine Decke zur Hilfe nehmen, Marder sind Raubtiere und können beißen
– Wildtierkundigen Tierarzt, eine Wildtierstation, einen Jagdpächter/Förster oder die Polizei (Wildunfall) kontaktieren
– Das Tier (wenn möglich) in eine feste Kiste mit Luftlöchern, setzen und an einen ruhigen, dunklen Ort stellen
– Wasser kann in einer flachen Schale angeboten werden
– Nicht füttern!
– Marder in einer Lebendfalle schnell frei lassen, die Falle muss regelmäßig kontrolliert werden, um unnötigen Stress zu vermeiden

Was kann ich tun um Konflikte zu vermeiden?
– Einstiegsmöglichkeiten zum Dachboden, wie Dachrinnen, Fallrohre oder lose Dachziegel, mit engmaschigem Drahtgeflecht unzugänglich machen
– Äste von Bäumen zurück schneiden, die als Brücke zum Dach dienen
– Nach einem Marderbiss ist eine professionelle Motorwäsche dringend empfohlen, um die Duftmarken zu entfernen, die weitere Marder anlocken
– Ummantelungen für Schläuche und Kabel können Schäden verhindern.Parkplatzwahl
– Parken in einer geschlossenen Garage ist der beste Schutz.
– Kleintiergehege für Hühner, Kaninchen oder Meerschweinchen müssen mardersicher (engmaschiger Zaun, solide Verriegelung) sein
– Ein Netz über dem Teich schützt Fische
– Hunde und Katzen nicht draußen füttern

Buchtipps:

Mythologie: Der Marder wird immer zu beschuldigt im Blutrausch (kein bösartiges Töten, sondern ein Reflex, bei dem er oft Beute für „schlechte Zeiten“ liegen lässt) ganze Hühnerställe zu leeren. Auch in Fabeln kommt er nicht ganz so gut davon

Über den Experten: caroline.schoch

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