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Wasserfledermaus – Myotis daubentonii

Einheimische – Art

Klasse: Säugetiere
Ordnung: Fledertiere
Familie: Glattnasen
Art: Wasserfledermaus

Beschreibung: Oberseite graubraun. Unterseite hellgrau. Typisch sind enorm großen, behaarten Füße. Auffällig ist das wenig behaarte rotbraune Gesicht. Ähnelt optisch der Teichfledermaus, ist jedoch etwas kleiner. Wie alle anderen Mausohren (Myotis) verfügt auch die Wasserfledermaus über einen Ohrdeckel (Tragus), der nicht ganz die halbe Ohrlänge erreicht
Körpergröße: 4cm – 6cm
Flügelspannweite: 23cm – 28cm
Unterarmlänge: 32cm – 42cm
Gewicht: 7g – 17g
Herzfrequenz: 900 Schläge pro Minute
Körpertemperatur: 35°C – 42°C

Sinnesleistung:
Sehvermögen: Obwohl sie nachtaktiv ist, verfügt sie über Augen und kann sich bei Restlicht orientieren
Gehör: Hat die Fähigkeit, Wasserflächen anhand von Echoortung zu erkennen, dies ist den Tieren angeboren und funktioniert auch bei jungen Fledermäusen auf Anhieb
Geruchsinn:
Sonstiges: Wasserfledermäuse erzeugen Ultraschallrufe, um ihre Umgebung und Beute wahrzunehmen. In der Jagdphase können sie bis zu 160 Rufe pro Sekunde aussenden, um Insekten präzise zu orten

Lebenserwartung: 20 Jahre
Lebensraum: Sommerquartiere dienen der Aufzucht der Jungen (Wochenstuben). Sie liegen meist in alten Baumhöhlen, Spechtlöchern oder Fledermauskästen. Ersatzweise werden Spalten an Gebäuden (z. B. Dachböden) oder Brücken genutzt. Für den Winterschlaf suchen die Tiere frostsichere, unterirdische und feuchte Orte auf. Dazu gehören natürliche Höhlen, alte Stollen, Felsenkeller und Bunker. Auf dem Weg vom Quartier zum Gewässer nutzen Wasserfledermäuse lineare Landschaftselemente wie Hecken, Baumreihen und Waldränder zur Orientierung
Lebensweise: Eng an Gewässer gebundene Art. Wärmeliebend. Wasserfledermäuse verstecken sich tagsüber meist in Baumhöhlen oder in Wäldern. Sie fliegen auf immer denselben «Fluglinien» von ihren Verstecken ins Jagdgebiet. Dabei folgen sie im Tiefflug altbekannten Geländestrukturen, Waldrändern und Hecken. Von einer Baumhöhle im Wald, selten in Gebäuden, bis ans nächste Flussufer können dies gut und gerne ein bis 2km sein. Sie verlassen ihre Sommerquartiere zur Jagd in der späten Dämmerung. Im Winter sammeln sich Wasserfledermäuse in großen Verbänden, um die insektenarme Jahreszeit in frostsicheren Höhlen und Felsspalten zu verschlafen. Hierbei sind 100 % Luftfeuchtigkeit und 3°C – 6°C ideal. Wenn die Temperatur dauerhaft unter 3°C fällt, wechseln sie in ein wärmeres Quartier

Fortbewegung: Bis zu 25 km/h schnell, bei der Jagd etwa 12 km/h
Jagd: Meist über Gewässern unterwegs, um Fluginsekten zu erbeuten. Oft sind es mehrere Tiere gleichzeitig, die in geringer Höhe von ca. 15 cm über der Wasseroberfläche jagen. Sehr geschickt werden auch in das Wasser gefallene und auf der Wasseroberfläche treibende Insekten mit der Schwanzflughaut herausgekeschert und dann mit dem Maul zum Verzehr aus dieser Flughauttasche aufgenommen. Mit ihren großen Füßen ist sie sogar in der Lage, kleine Fische zu fangen. Jagdrevier oft im Umkreis von ca. 6km
Nahrung: Eintagsfliegen, Köcherfliegen, Mücken, Zuckmücken
Sonstiges: Braucht täglich ca. 10g Nahrung

Fortpflanzung: Nesthocker, werden meist in sogenannten Wochenstuben geboren. Diese Wochenstuben sind hauptsächlich Baumhöhlen in der Nähe von Gewässern, oft in Altbäumen mit Spechthöhlen oder Rissen. Die Weibchen beziehen diese warmen Quartiere im April/Mai, wo sie ab der zweiten Junihälfte meist ein Jungtier gebären und bis August aufziehen
Paarungszeit: August – September, dann 8 – 9 Monate Keimruhe
Tragzeit: 50 – 55 Tage
Wurfzeit: Juni – Juli
Wurfgröße: 1 Jungtier
Anzahl der Würfe: 1 Wurf pro Jahr
Säugezeit: 3 – 4 Wochen
Selbstständig: 3 – 4 Wochen
Geschlechtsreife: Ca. 6 Monate
Jungensterblichkeit: ….

Natürliche Feinde: Greifvögel, Eulen, Katzen, Marder
Abwehrverhalten: Flucht
Krankheiten: Coronaviren, Tollwut

Schutzstatus:
– Bundesnaturschutzgesetz
– FFH Richtlinie
Es ist verboten, Wasserfledermäuse zu töten, zu verletzen, zu fangen oder zu stören sowie das Beschädigen oder Zerstören von Fortpflanzungs- und Ruhestätten. Es drohen bei Verstoß eine Geldstrafe von bis zu 50.000€ oder eine Freiheitsstrafe!
Im Bundesjagdgesetz (BJagdG): Nein

Funktion im Ökosystem: Wasserfledermäuse ernähren sich überwiegend von kleinen Insekten, die in Gewässernähe leben, darunter Mücken, Köcherfliegen und Eintagsfliegen. Pro Nacht können sie eine große Menge dieser Insekten vertilgen, was sie zu natürlichen Schädlingsbekämpfern macht. Sie fliegen oft nur 10 bis 30 cm über der Wasseroberfläche. Mit ihren großen Füßen ergreifen sie Beutetiere, die auf dem Wasser schwimmen oder knapp darüber fliegen (sog.Gaffjagd“). Da Wasserfledermäuse saubere Gewässer mit reichem Insektenvorkommen benötigen, sind sie Indikatoren für intakte Ökosysteme. Als nachtaktive Säugetiere sind sie Teil des lokalen Nahrungsnetzes, sowohl als Jäger als auch potenziell als Beute für größere Greifvögel

Wasserfledermäuse brauchen Hilfe, wenn …
– sie tagsüber offen auf dem Boden liegen, dann sind sie meist flugunfähig und geschwächt
– sie verletzt sind, oft durch Katzenangriffe oder Kollisionen mit Greifvögeln
– Findlinge, die noch nicht flugfähig sind (oft im Sommer) gefunden werden
– sie nach langen Regenperioden nicht jagen konnten und entkräftet sind

Wie helfe ich richtig?
– Nicht mit bloßen Händen anfassen. Fledermäuse können beißen, wenn sie Angst haben. Immer dicke Handschuhe (Gartenhandschuhe) oder ein Tuch benutzen
– Das Tier vorsichtig mit dem Tuch greifen.
– Sehr kleine Luftlöcher in den Karton (Zwergfledermäuse sind extrem klein und flink) stechen
– Fledermaus hinein setzen
– Ein Stück Stoff (z.B. ein altes T-Shirt) oder ein Tuch hinein, in das sich das Tier zurückziehen kann
– Wenn das Tier sehr schwach oder kalt wirkt, kann man eine Wärmflasche (nur lauwarm, nicht heiß!) eingewickelt in eine Socke neben das Tier in den Karton legen
– Karton an einen kühlen, dunklen und ruhigen Ort stellen
– Experten kontaktieren Fledermäuse sind Wildtiere und brauchen fachkundige Hilfe, besonders wenn sie verletzt sind oder es sich um ein Jungtier handelt
– Fledermauspflegestelle oder Wildtierstationkontaktieren
– Keine Nahrung geben, Fledermäuse sind Spezialisten. Falsches Futter (wie Milch) führt zum Tod
– Eine verletzte oder am Tag gefundene Fledermaus nicht einfach wieder fliegen lassen, sie wird wahrscheinlich nicht überleben
– Nicht in die pralle Sonne stellen

Was kann ich tun um Konflikte zu vermeiden?


Was kann ich tun um die Wasserfledermaus zu unterstützen?
– Einheimische Sträucher und nachtblühende Pflanzen (z. B. Nachtkerze, Geißblatt), die Nachtfalter anlocken pflanzen
– Spezielle Fledermauskästen an Bäumen oder Hausfassaden aufhängen
– Außenbeleuchtung in der Nacht oder vermeiden oder Bewegungsmelder nutzen, da künstliches Licht Fledermäuse stört
– Wasserfledermäuse jagen direkt über Wasserflächen, daher sollten Chemikalien in der Nähe von Teichen und Flüssen vermieden werden

Buchtipps:

Mythologie:

Über den Experten: caroline.schoch

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